Absolventenkongress Köln, 26.11.2015

Gastautor: S. Weber
1. Dezember 2015

Wie in einer früheren Ankündigung von Kassel Law bereits erwähnt, hat am 26. und 27.11. diesen Jahres der Absolventenkongress des Staufenbiel Instituts in Köln stattgefunden. Dabei handelt es sich um eine Jobmesse, bei der sich über 200 Unternehmen platziert und präsentiert haben, um Studenten und Absolventen Fragen über Praktika, Trainees, Direkteinstieg oder Abschlussarbeiten zu beantworten.

Bevor es nun zu der Messe ging, war einige Vorbereitung notwendig, um die erhoffte Effizienz daraus ziehen zu können. Zunächst gab es im Career Service der Uni Kassel eine Zeitschrift zur Messe, welche auch einen Code enthielt, der den kostenlosen Zutritt in Köln ermöglichte (andernfalls 5 €). Diese Zeitschrift enthielt eine Reihe von hilfreichen Tipps (Vorbereitung, Kleidung, Gesprächsführung) und eine Liste der teilnehmenden Unternehmen, stellte einige davon kurz vor und verdeutlichte den Ablauf. Zusätzlich entwickelte das Staufenbiel Institut eine App, welche dazu dient, dass der Student seine Jobwünsche und Präferenzen eingibt und die App automatisch berechnet, wie groß die prozentualen Überschneidungen der Kriterien des Studenten und die Bedürfnisse des Unternehmens sind (Matching). Dadurch lässt sich bereits eine wage Übersicht erkennen, welche Unternehmen für einen selbst interessant sein könnten und wo die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg am höchsten ist. Hierdurch fallen einem ebenfalls viele Unternehmen auf, die man vorher vielleicht gar nicht in Betracht gezogen hat oder die man nicht kannte. Der nächste Schritt würde darin liegen nach den Unternehmen zu recherchieren und sich über das gewünschte Feld bereits vorab schlauzumachen. Neben dem persönlichen Kontakt mit den „Unternehmenschefs“ bietet die Messe Unternehmenspräsentationen an, wie z.B. von der Telekom oder Bayer, wo die Sprecher gezielt über Einstiegsmöglichkeiten beim jeweiligen Unternehmen referieren und man auch Fragen stellen kann, welche großzügig beantwortet werden. Weiter gibt es Vorträge zu Bewerbung und Berufseinstieg, Branchen- und Jobtrends und Technik (z.B. Karriere im IT, fortschreitende Digitalisierung). Das Unternehmen Kienbaum bot ebenfalls einen CV-Check an und über Xing wurden kostenlose Fototermine für ein professionelles Bewerbungsbild vergeben (allerdings begrenzt).

Da es nach Köln ein doch weiter und mit dem Zug teurer Weg ist, hat die Uni Kassel einen Bus angemietet, der einen für lediglich 10 € dorthin und zurückbrachte. Einem Besuch stand also nichts im Weg.

Der Kongress bleibt mir positiv in Erinnerung und ich habe so viel mitgenommen, wie ich konnte. Die Unternehmenspräsentationen waren toll und enthielten viel Insiderwissen. Die Sprecher waren sehr freundlich und beantworteten alle Fragen umfänglich. Ich hatte mir zusätzlich einen Vortrag über Assessment-Center und Verfahren angehört, welcher mein vormals eher trübes Bild dieser schärfer umriss. Jedoch waren die Gespräche mit den Unternehmensmitarbeitern am spannendsten. Auch wenn ein Unternehmensstand sehr voll war, kam man relativ zügig an die Reihe, um seine Fragen zu stellen. Ratsam ist es deshalb umso mehr, dass man sich entsprechend vorbereitet, um interessant und interessiert zu wirken und nicht Informationen abzufragen, die eine oberflächliche Recherche auch ergeben hätte. Ich hatte überwiegend nach der Schwierigkeit gefragt, dass wir als Wirtschaftsrechtler keine Volljuristen, jedoch durchaus qualifiziert seien, einen Job im Rechtsbereich eines Unternehmens zu übernehmen. Trotz des schwierigen Themas sind die Mitarbeiter sorgfältig darauf eingegangen und haben teilweise andere Kollegen herbeigerufen, um mir eine genaue Antwort geben zu können. Für diejenigen, die die Antwort interessiert: Wir Wirtschaftsrechtler sind in vielen Unternehmen einfach noch nicht besonders bekannt (, was in meinen Praktika davor auch immer wieder durchgeschienen ist), deshalb ist es umso wichtiger, dass wir Kontakte knüpfen, uns interessant machen und uns letztlich beweisen. Unternehmen sind durchaus bereit Studiengänge zu unterstützten, die ihnen noch nicht sonderlich vertraut sind und häufig ergeben sich überraschende Möglichkeiten, wenn man es nur versucht.

Unser Bus fuhr erst abends zurück nach Kassel, weshalb es möglich war, den Kölner Weihnachtsmarkt zu besuchen und sich noch ein wenig umzusehen.

Ich kann den Absolventenkongress jedem ans Herz legen, der sich Gedanken macht, so er in Zukunft hin möchte, sei es ein Praktikum oder der Jobeinstieg. Die Möglichkeit mit Unternehmensmitarbeitern zu sprechen ist eine gute Erfahrung und auch Übung für ein aufkommendes Bewerbungsgespräch, um eventuelle Nervositäten abzulegen. Der persönliche Kontakt erweist sich als guter Einstieg beim Bewerbungsanschreiben und vielleicht gelingt es dem ein oder anderen auch das Interesse eines Unternehmensmitarbeiters so zu wecken, dass sich daraus eine Beziehung ergibt.