Mein Auslandssemester in Wien I – Vorbereitung und Start

Autor: G. Reichardt
11. Februar 2010

WU Wien

Ich habe das vergangene Semester in Wien an der Wirtschaftsuniversität verbracht, um dort ein Auslandssemester zu absolvieren. Von meinen Eindrücken und Erlebnissen möchte ich euch in den nächsten Tagen ein wenig berichten, um euch zu motivieren, eventuell ebenfalls ein Auslandssemester in Angriff zu nehmen. Deshalb zunächst einmal ein paar Worte zu den Vorbereitungen und den ersten Tagen im neuen Land.

Die erste Frage, die sich stellt, wenn man ein Auslandssemester absolvieren möchte, ist sicherlich, wohin soll es gehen? Und auch ich wurde in Wien sehr oft mit der Frage konfrontiert, warum ich gerade Wien ausgesucht habe. Schuld daran war ein kurzer Urlaub zu Beginn des letzten Jahres, in dem ich die Stadt lieben gelernt habe. Als ich damals zurück nach Deutschland fuhr wusste ich, dass ich eine längere Zeit in Wien verbringen möchte und was lag da für mich näher als ein Auslandssemester dort zu absolvieren. Ausgangspunkt für mich war also nicht eine andere Sprache oder der unbedingte Wunsch ins Ausland zu gehen, sondern die Stadt, die ich näher kennenlernen wollte.

Der nächste Schritt war also die Bewerbung um einen Austauschplatz (genaueres dazu findest du hier). Die Wirtschaftsuniversität Wien ist mittlerweile eine Partneruniversität der Uni Kassel und es stehen für das Erasmusprogramm zwei Austauschplätze zur Verfügung. Da an der WU ebenfalls der Bachelor- und Masterstudiengang Wirtschaftsrecht angeboten wird, ist die Uni insbesondere Studenten des Wirtschaftsrechts, aber natürlich auch Wirtschaftswissenschaftlern für einen Austausch zu empfehlen.

Einen Platz in einem Studentenwohnheim zu finden, war für mich nicht sonderlich schwer. Die Wohnraumverwaltung des Österreichischen Austauschdienstes (ÖAD) reserviert für jedes Semester Zimmer speziell für Austauschstudenten, für die man sich bis Mai bzw. November vor Semesterbeginn bewerben kann. Ingesamt sind in 6-8 Wohnheimen Plätze speziell für Austauschstudenten reserviert, es stehen jedoch darüber hinaus über 20 weitere Wohnheime zur Verfügung, in denen man eine Unterkunft finden kann (weitere Infos dazu sowie Links zu Datenbanken für Privatunterkünfte gibt´s hier).

Nachdem diese erste organisatorischen Hürden genommen waren, stand die Reise nach Wien direkt bevor. Erleichtert wurde die Ankunft in Wien insbesondere durch das Buddynetwork der HochschülerInnenschaft an der WU. Ich kann jedem nur empfehlen, sich bei einem Buddynetwork zu registrieren, sofern dies an der jeweiligen Gastuni angeboten wird. So holt euch euer Buddy (ein Student der Gastuni) vom Bahnhof/Flughafen ab, bringt bestenfalls den Schlüssel für das Zimmer gleich mit und euch direkt zum Wohnheim. Auch während des Semesters ist der Buddy Ansprechpartner für Fragen und Probleme.

Das österreichische Parlament
Das österreichische Parlament

Ein weiteres Angebot, welches den Start sehr vereinfacht hat, war das Orientierungs- und Kulturprogramm (OK-Programm), welches vom Zentrum für Auslandsstudien (ZAS) der WU angeboten wurde. Es handelt sich dabei um ein zweiwöchiges Programm, das es ermöglicht, die anderen Austauschstudenten und die Stadt kennenzulernen sowie den Einstieg in den österreichischen Alltag zu erleichtern. Wir haben verschiedene Ausflüge (z.B. nach Graz) unternommen, viele nützliche Informationen erhalten, Schlösser und das Parlament besichtigt, bei einer Schnitzeljagd die Stadt entdeckt, Sonne auf der Donauinsel bei einem BBQ genossen und vieles mehr. Auch die Teilnahme an diesem Programm kann ich jedem nur ans Herz legen, denn dadurch, dass man täglich mit anderen Studenten unterwegs ist, lernt man sehr schnell Menschen aus den verschiedensten Ländern und Kulturen kennen und kann schnell die ersten Kontakte knüpfen. Das OK-Programm beginnt etwa drei Wochen vor dem regulären Semesterbeginn, sodass genug Zeit bleibt, die Zeit zu genießen und nebenbei die Stadt auch noch auf eigene Faust zu erkunden.

Was nach diesen ersten Tagen in Wien auf mich zukam und insbesondere was mich an der Uni erwartet hat, folgt in wenigen Tagen in einem zweiten Teil meines Wien-Berichts…