Einladung zum Symposion “Erbschaftsbesteuerung nach dem Sozialstaatsprinzip?”

Gastautor: M. Tahtaci
1. Juni 2015

An der Universität Kassel findet am 11. Juni 2015 ein hochkarätig besetztes Symposion zur Erbschaftssteuer statt, u.a. mit Herrn Lothar Aweh, Präsident des Hessischen Finanzgerichtes.

Gegenstand des Symposions ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 17.12.2014 zur Erbschaftssteuer, die abweichende Meinung dreier Richter sowie die Diskussion um die Erbschaftssteuerreform.

Die vom BVerfG dem Gesetzgeber auferlegte Verpflichtung zur Neuregelung der Verschonung beim Übergang von betrieblichem Vermögen in den §§ 13a und 13b ErbStG bis zum 30.6.2016 hat bislang eine eher rechtstechnisch als ordnungspolitisch geführte Diskussion ausgelöst. Das Bundesfinanzministerium arbeitet auf eine punktuelle Korrektur eng nach den Vorgaben des BVerfG hin. Auch gegen diese „minimalinvasive“ Lösung formiert sich bereits politischer Widerstand.

Das Symposion will einen Beitrag zum Verständnis der steuerrechtlichen, volkswirtschaftlichen und verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen der bevorstehenden Erbschaftsteuerreform leisten.

Wann: 11. Juni 2015, 17:00 bis voraussichtlich 19:30 Uhr

Wo: Im Gießhaus der Universität Kassel, Mönchebergstraße 5

Sonstiges: öffentlich & kostenlos

Anmeldung: Aufgrund der begrenzten Platzzahl wird um Anmeldung gebeten bis zum 8. Juni 2015 unter der E-Mail: robert.kuhn[ät]uni-kassel.de

Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Wirtschaftsrechtstudenten der Universität Kassel, sondern es sind auch alle anderen Interessenten ganz herzlich eingeladen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.

Stipendien für alle?

Gastautor: M. Tahtaci
11. Mai 2015

Was kostet ein Studium in Kassel? Diese Frage stellen sich die meisten wohl erst, wenn sie anfangen zu studieren. Zu den Semesterbeiträgen von 272,31 € kommen noch durchschnittliche Mietkosten und Ausgaben für Ernährung von ca. 430,- € hinzu. Jeder von uns weiß aber, dass es nicht bei diesen Kosten bleibt, sondern uns diese monatlichen Ausgaben von ca. 475,- € nur ein Dach über dem Kopf gewähren und wir täglich eine warme Mahlzeit zu uns nehmen können. Und obwohl den meisten dieser Lebensstandard nicht ausreicht, müssen auch diese Kosten erst einmal gedeckt bzw. eine dauerhafte Lebensfinanzierung sichergestellt werden. Für die einen sorgen die Eltern, für andere erscheint das BAföG-Amt als höhere Macht, die einen für Scheine und Credits am Monatsende belohnt. Wer sich nicht abhängig machen möchte, geht den harten Weg über Neben- und Semesterjobs, wobei dieser nicht nur Zeit, sondern auf Dauer auch extrem viel Energie kostet und meist das eigentliche Studium darunter leidet. Wer keine Lust auf Jobben hat und trotzdem unabhängig sein möchte, dem bleibt oft nur die Alternative eines Studienkredites, wie etwa der KfW-Studienkredit, wobei dieser nach Beendigung des Studiums vollständig und mit Zinsen zurückgezahlt werden muss.

Diejenigen, die sich unabhängig auf ihr Studium konzentrieren wollen und am Ende nicht mit einem kleinen Schuldenberg in das Berufsleben starten möchten, sollten unbedingt weiterlesen. Die richtige Lösung für die Finanzierung des Lebensunterhaltes könnte auch bei dir in einem Stipendium liegen. Und auch wenn du nicht zu den besten 10 % deines Studienganges gehörst, solltest du dir zumindest 5 Minuten Zeit nehmen und deine Möglichkeiten abstecken, denn auch du hast Möglichkeiten auf ein Stipendium.

Wer eigenständig nach Stipendien im Internet sucht, der geht schnell unter im Informationsdschungel. Um euch einen ersten Überblick zu geben, haben wir die Studienfinanzierungsberaterin Frau Sajonz aus dem Studentenwerk Kassel befragt und ihr die wichtigsten Fragen rund um das Thema Stipendium gestellt.

Frau Sajonz, Sie sind häufig die erste Anlaufstelle für Studenten, die sich für Stipendien interessieren. Was bietet mir ein Stipendium und was muss ich dafür tun?

Weiterlesen…

Studienkosten im Erst- und Zweitstudium absetzen

Gastautor: M. Tahtaci
18. Dezember 2014

Im vergangenen Artikel dieser Reihe wurden die gängigsten Absetzungsmöglichkeiten aufgezeigt, um das Einkommen steuerrechtlich zu vermindern und dadurch unter den Grundfreibetrag zu gelangen. Doch bei den meisten Studenten liegen die Ausgaben während der Studienzeit ohnehin über dem eigenen Einkommen. Welche Möglichkeiten für Studenten im Erst- bzw. Zweitstudium bestehen, die hohen Studienkosten effektiv steuerrechtlich geltend zu machen, soll dieser Beitrag aufzeigen.

Erststudium? Kein großer Steuervorteil

Schlechte Nachrichten an alle Studenten, die vor dem ersten Studium keine Berufsausbildung absolviert haben, sondern direkt von der Schulbank an die Uni kommen. Bei einem Erststudium sind Studienkosten nur als Sonderausgaben von max. 6.000 EUR  vom Einkommen abzugsfähig. Und zwei weitere Nachteile kommen noch hinzu: Wenn zum einen die Studienkosten höher liegen sollten als das Einkommen, so darf man diese Sonderausgaben nur in Höhe des Gesamteinkommens abziehen, d.h. es kann kein Minusbetrag entstehen. Zum anderen dürfen die Sonderausgaben nur im laufenden Jahr mit dem Einkommen verrechnet werden und ein möglicher Verlust kann dadurch auch nicht in die Folgejahre vorgetragen werden. Für viele Studenten mit niedrigem Einkommen bedeutet das: Trotz hoher Studienkosten kein wirklicher Steuervorteil. Denn das Einkommen müsste schon deutlich über den Grundfreibetrag (2013 bei 8.130 EUR) liegen, damit sich die abzugsfähigen Studienkosten von max. 6.000 EUR auch steuerlich rentieren. Und bei niedrigem Einkommen verpufft der Effekt gänzlich, da ohnehin keine Steuern fällig werden.

Zweitstudium mit niedrigem Einkommen? Verlustvortrag nutzen

Nun die gute Nachricht für alle, die schon vor dem Studium eine Berufsausbildung erfolgreich absolviert haben: Die Studienkosten im Zweitstudium können dann als Werbungskosten abgesetzt werden. Dies ist immer vorteilhafter, weil die Höhe der abzugsfähigen Werbungskosten nicht begrenzt ist und diese auch das Einkommen übersteigen dürfen. Wenn die Studienkosten also tatsächlich höher liegen sollten als das eigene Einkommen, so entsteht ein “negatives” Einkommen, welches man vom Finanzamt feststellen lassen kann und mit dem Folgejahr verrechnet wird. Und wenn auch im Folgejahr darauf ein Minuseinkommen entsteht, so kann auch dieser wieder ins nächste Jahr mitgenommen werden. Umso höher der festgestellte Verlustvortrag umso besser bei dem ersten richtigen Gehalt. Denn nach dem Studium werden viele erst einmal ungläubig auf die erste Gehaltsabrechnung blicken, wie stark die Steuerbelastung doch tatsächlich ist. Und durch einen hohen Verlustvortrag lässt sich das zu versteuernde Einkommen erheblich mindern und dieses führt zu einer niedrigeren Steuerbelastung. Klingt nach zu viel Aufwand für zu wenig Ertrag? Eine einfache Rechnung:

Weiterlesen…

Steuerliche Absetzungsmöglichkeiten im Studium

Gastautor: M. Tahtaci
15. Dezember 2014

Bei der Frage “Was kann ich alles von meiner Steuer absetzen?” sind viele Antworten möglich. Es kommt natürlich auf den Einzelfall an, denn jeder hat andere Ausgaben, die vom Gesetzgeber eventuell berücksichtigt werden und die man steuerlich geltend machen kann. Dieser Artikel soll nun die häufigsten Fälle dazu klären.

Grundfreibetrag für 2013 beträgt 8.130 EUR

Wie schon im ersten Artikel berichtet, erhält man eine Rückerstattung der vom Arbeitgeber abgeführten Steuern, wenn das eigene Einkommen am Ende unter den Grundfreibetrag liegt (8.130 EUR). Wer trotzdem mehr verdient hat, der sollte nicht verzweifeln, denn es gibt viele Absetzungsmöglichkeiten, um das steuerpflichtige Einkommen zu verringern und somit doch noch unter die Grenze des Grundfreibetrages zu gelangen.

Wichtigste Frage bei Studienkosten: Erst- oder Zweitstudium?

Für Studenten sind die Studienkosten eine große finanzielle Belastung. Das weiß auch der Gesetzgeber und daher kann man diese auch von seinem Einkommen absetzen. Dabei kommt es aber darauf an, ob es sich um ein Erst- oder Zweitstudium handelt. Denn wer zum ersten Mal studiert, der kann seine Studienkosten nur bis maximal 6.000 EUR als Sonderausgaben absetzen und das auch nur für das jeweilige Berechnungsjahr. Anders sieht es bei einem Zweitstudium aus, denn hier werden die Studienkosten als Werbungskosten vom Finanzamt anerkannt und dadurch kann man sich diese “aufsparen” und auch zu einem späteren Zeitpunkt z.B. im ersten Job steuermindernd geltend machen (mehr zum Thema “Studienkosten im Erst- und Zweitstudium” im nächsten Artikel)

Studienkosten im Erststudium sind Sonderausgaben (max. 6.000 EUR)

Der Pauschbetrag für Sonderausgaben (36 EUR) ist uninteressant, da i.d.R. die tatsächlichen Sonderausgaben diesen übersteigen. Beim Erststudium gelten die Studienkosten als Sonderausgaben, welche man mit maximal 6.000 EUR im jeweiligen Jahr absetzen darf. Dazu zählen u.a. Fahrtkosten zur Uni (30 Cent pro KM für einfache Fahrt), Arbeitszimmerkosten, Arbeitsmittelkosten wie PC, Laptop, Büromaterial, Drucker oder Schreibtisch, verpflichtende Studienreisekosten sowie Studien-, Seminar- und Kursgebühren. Die Miete für die Wohnung am Studienort ist ebenfalls steuerlich absetzbar, aber nur wenn man einen weiteren Wohnort hat (z.B. bei den Eltern) und sich dort der Lebensmittelpunkt befindet (BFH, U. v. 19.02.2012, AZ VI R 78/10).

Es gibt neben den Studienkosten aber auch weitere Posten, die als Sonderausgaben geltend gemacht werden können. Hierzu zählen insbesondere Spenden, Mitgliedsbeiträge, Kirchensteuer und Vorsorgeaufwendungen wie z.B. die Riester-Rente.

Studienkosten im Zweitstudium sind Werbungskosten (unbegrenzt)

Weiterlesen…

Neue Arikelserie: Steuererklärungen im Studium

Gastautor: M. Tahtaci
10. Dezember 2014

Für viele Studenten ist die eigene Steuererklärung ein unerforschtes Gebiet. Die einen haben davon nur flüchtig gehört und andere nutzen sie bereits als zusätzliche Urlaubskasse. Nachfolgend sollen einige wichtige Fragen rund um das Thema Steuerklärung geklärt werden.

Was ist eine Steuererklärung?

Eine Steuererklärung dient zur Feststellung der persönlichen Steuerschuld. Dabei werden die steuerpflichtigen Einnahmen sowie die Ausgaben dem zuständigen Finanzamt offen gelegt. Aufgrund dieser Angaben errechnet das Finanzamt die exakte Steuerschuld. Anschließend verrechnet das Finanzamt die schon geleisteten Steuerabgaben mit der tatsächlichen Steuerschuld. Wer also mehr Steuern entrichtet hat als er eigentliche müsste, der erhält eine Rückerstattung. Andersrum müssen diejenigen nachzahlen, die durch die geleisteten Abgaben ihre Steuerschuld nicht decken können.

Steuererklärungspflicht auch für Studenten?

Als Student ist man grundsätzlich nicht verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen. Auch bei Nebenbeschäftigungen, Ferienjobs oder bezahlten Praktika besteht unter gewissen Voraussetzungen keine Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung. Denn der Arbeitgeber behält automatisch einen Anteil von dem monatlichen Lohn ein und führt diesen beim Finanzamt ab. Dadurch ist die Steuerschuld in der Regel abgegolten.

Eine Steuererklärungspflicht liegt vor, wenn die Einkünfte den Grundfreibetrag von 8.130 EUR (Jahr 2013) übersteigen. Der Grundfreibetrag ist die Grenze, ab wann das Einkommen versteuert wird. Alles was unter dem Grundfreibetrag liegt, ist steuerfrei.

Eine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung liegt auch dann vor, wenn man bei mehreren Arbeitgebern angestellt war oder wenn neben dem Lohn noch steuerpflichtige Einnahmen von mind. 410 EUR monatlich erzielt wurden (z.B. Einkünfte aus selbständiger Arbeit oder Vermietung). Und auch wenn das Finanzamt einen zur Steuererklärung auffordert, ist man hierzu verpflichtet. Aber merke: Eine Aufforderung erfolgt in der Regel, wenn das Finanzamt eine Nachzahlung vermutet. Denn der Fall, dass das Finanzamt aufgrund einer Rückerstattung zur Steuererklärung bittet, kommt praktisch nie vor. Sollte trotz einer Aufforderung keine Steuerklärung abgeben werden, so wird man vom Finanzamt geschätzt, was immer zum Nachteil des Steuerzahlers geht.

Welche Fristen müssen beachten werden?

Weiterlesen…

2014: Bitte keine Pseudo-Internet-Flatrates mehr

Gastautor: M. Tahtaci
18. Februar 2014

Die Deutsche Telekom hat es im letzten Jahr vorgemacht. Als größter Internetanbieter mit über 12 Million DSL-Kunden in Deutschland kündigte die Telekom im April 2013 an, eine monatliche Drosselung der Internetgeschwindigkeit innerhalb der Flatrate-Tarife einzuführen. Wer also ein bestimmtes Datenvolumen im Monat verbraucht hat, der wird auf minimale 384 Kbit/s gebremst. Wenn man schneller surfen möchte, muss man draufzahlen. Nach heftiger öffentlicher Kritik erhöhte die Telekom die Drosselung von ursprünglich 364 Kbit/s auf 2 Mbit/s. Trotzdem drohten Verbraucherschützer weiterhin mit Klage, da die Bezeichnung der betroffenen Tarife als Flatrate verbunden mit einer Tempobremse für Verbraucher irreführend sei. Die öffentliche Debatte brachte unterweilen der Telekom den Spottnamen “Drosselkom” ein. Das Unternehmen führte als Argumentation für seine Drosselpläne an, dass die Milliardeninvestitionen für den Netzausbau nun zurückverdient werden müssten.

Nachdem die Verbraucherzentrale-NRW wie angekündigt gegen die Deutsche Telekom vor das Kölner Landgericht zog, stufte das Gericht schließlich am 30.10.2013 die entsprechenden Drosselklauseln als unzulässig ein. In der Urteilsbegründung stellte das Gericht fest, dass die Klausel wegen unangemessener Benachteiligung der Verbraucher gem. §§ 307 I, II Nr. 2 BGB unwirksam sei. Der Hauptstreitpunkt in dem Verfahren lag innerhalb der Definition einer “Flatrate”. Nach Ansicht des Gerichts verbindet der Kunde bei einer Internet-Flatrate einen Festpreis für eine bestimmte Übertragungsgeschwindigkeit und rechne nicht mit Einschränkungen. Die Telekom konnte das Urteil nicht verstehen und prüfte eine mögliche Berufung.

Anfang Dezember 2013 dann die Kehrtwende. In dem hauseigenen IT-Blog verkündete die Telekom die frohe Botschaft, dass sie den Richterspruch doch noch akzeptiert und es keine Drosselung innerhalb der Flatrate-Tarife geben wird. Stattdessen werde man dem Kunden neben den bestehenden Flatrate-Tarifen sogenannte Volumen-Tarife anbieten, die ein dem Nutzerverhalten entsprechendes Inklusiv-Volumina enthalten. Diese Tarife werden dann deutlich günstiger sein als Flatrates und das sei die gute Botschaft.

Weiterlesen…