„Hirntod und Organspende“ – 8. Evangelisches Juristenforum

Gastautor: S. Weber
18. Mai 2016

Am 19.05.2016 hat das BSG zum 8. Evangelischen Juristenforum geladen und stellte diesmal das Thema „Hirntod und Organspende“ vor. Dabei wurden vor allem die ethischen, juristischen und medizinischen Ansichten beleuchtet.

Im Publikum fiel zunächst auf, dass es sich größtenteils um ältere Zuhörer handelte. Dabei ist die Organspende ein Thema, was jeden betreffen kann. Insbesondere im Jahr 2014 war es häufig Gegenstand medialer Auftritte, da zu diesem Zeitpunkte die Ministeriums-Organspendekampagne erfolgte. Diese machte auf die Kritik an der Hirntodfeststellung und der mangelhaften Aufklärung bei Lebendspenden aufmerksam und verpflichtete die Krankenkassen dazu, ihre Mitglieder darüber aufzuklären.

Als Redner waren geladen: Margot Papenheim (Fachbereich Evangelische Frauen in Deutschland im Evangelischen Zentrum Frauen und Männer gGmbH), Prof. Dr. iur. Reinhard Merkel (Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg), Prof. Dr. theol. Dietrich Korsch (Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg) und Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Andreas Ferbert (Direktor der Klinik für Neurologie am Klinikum Kassel). Moderiert wurde die Veranstaltung von Alois Theisen (Fernsehchefredakteur des Hessischen Rundfunks).

Frau Papenheim war die erste Rednerin. Als Vertreterin eines Frauenverbands hat sie zunächst darauf aufmerksam gemacht, dass man den Hirntod nicht sehen könne, da der Patient weiterhin atme und sein Herz schlage. Die Entscheidung über eine Organspende, sollte der Betroffene diese nicht vorab selbst getroffen haben, könne daher für Angehörige sehr belastend sein. Weiterlesen…

Freie Rede, Argumentation & Co – Das Rhetorik-Zertifikat

Gastautor: S. Weber
18. April 2016

Für Akademiker ist es wichtig, dass sie sich verbal gut ausdrücken können und in der Lage sind frei zu sprechen. Das Studium bereitet hierauf in Rahmen von Präsentationen in einigen Veranstaltungen vor. Um zu üben und sich vorzubereiten, sind die Rhetorik-Kurse von ProStudium sehr hilfreich. Angeboten werden die Bereiche „Freie Rede“, „Argumentation“ und „Effektive Gespräche führen“. Wer alle drei Kurse absolviert, darf am öffentlichen Redewettstreit teilnehmen und erhält im Anschluss das Rhetorikzertifikat. Jeder der Workshops umfasst drei Tage zu jeweils ca. sieben Stunden, welche zügig verfliegen, da man durchgehend aktiv ist. Es steht einem frei, ob man alle Kurse macht oder nur einen oder zwei, gleiches gilt für die Reihenfolge, wobei jedoch die oben aufgeführte Reihenfolge Sinn macht. Geführt werden die Workshops von externen oder internen, geschulten Kommunikationsprofis. Die Kursteilnehmer entspringen ganz verschiedenen Fachbereichen und haben ebenfalls unterschiedliche „Rhetorik-Niveaus“, welche sich gegen Ende der Kurse jedoch stark angleichen. Die Kurse laden zum Ausprobieren ein und machen Lust auf mehr. Der jeweilige Kurs wird mit einer schriftlichen Selbstreflexion und einer Form von verbalem Vortrag abgeschlossen.

Der erste Workshop „Freie Rede“ spricht diejenigen an, die sich vor allem in der Präsentation üben wollen. Weiterlesen…

Das Buddy-Programm und das Zertifikat “Interkultureller Mentor”

Gastautor: S. Weber
4. April 2016

Manchmal fragt man sich: “Wo sind eigentlich die internationalen Studierenden?” Häufig trifft man sie in den Vorlesungen, doch die restliche Zeit scheinen sie verschwunden zu sein. Denjenigen, die dies ändern und selbst (innerhalb der Uni Kassel-Mauern) ein wenig internationale Luft schnappen wollen, ist das Buddy-Programm zu empfehlen.

Jedes Semester kommen zahlreiche Studenten aus dem Ausland an die Uni Kassel, um hier ein oder mehrere Semester zu verbringen. Interessierte können dabei am Buddy-Programm teilnehmen, d.h. dass deutsche Studenten sie für ein Semester begleiten und ihnen bei den ersten Schritten in der neuen Umgebung helfen, z.B. Supermärkte zeigen, kulturelle Fragen beantworten, die Sprache üben oder einfach nur gemeinsam Freizeit verbringen.

Darüber hinaus werden über die Buddyleitung und die Evangelische Studierendengemeinde Kassel (ESG) viele interessante Aktivitäten angeboten, wie Städtetrips, Veranstaltungen zu verschiedenen Feiertagen (z.B. Adventskränze basteln und Plätzchenbacken in der Weihnachtszeit), Brauereibesuche und Bierverkostungen, International Dinner, Spieleabende etc.

Entscheidet man sich nun für die Teilnahme, erfolgt zunächst die Anmeldung über  die Website des Programms. Im Anschluss gibt es zwei Wege einen Buddy-Partner zu finden. Häufig ist bereits jemand passendes anhand der in der Online-Anmeldung angegebenen Eigenschaften dabei. In diesem Fall erfolgt der Austausch der E-Mail-Adressen durch die Buddyleitung und dem ersten Kontakt steht nichts mehr im Weg. Ansonsten wird man zu Semesterbeginn zu einem Buddy-Meet-and-Greet-Treffen (es finden mehrere statt) eingeladen, an dem sowohl Ausländer und auch Deutsche teilnehmen, um sich dort direkt persönlich zu treffen und dazu entscheiden können Partner zu werden.

Von dem Buddy-Programm habe ich selbst zufällig erfahren, als ich im Wintersemester 2012 eine Auslandsinformationsveranstaltung besucht habe. Weiterlesen…

Praktikum beim Bundeskartellamt (Mai – Juli 2015)

Gastautor: S. Weber
15. Januar 2016

Meine Aufmerksamkeit ruhte auf dem Bundeskartellamt seit ich an der jährlichen Bonn-Exkursion des IWR im Dezember 2013 teilgenommen hatte. Das Kartellrecht erschien mir bereits an der Universität in der Theorie als spannend und dies wollte ich nun auch in der Praxis erleben. Das Praktikum umfasste 13 Wochen. Das Bundeskartellamt ist in Deutschland der hochrangigste Wettbewerbshüter. Es ist eine selbständige Bundesoberbehörde mit rund 345 Mitarbeitern, die den gesetzlichen Rahmen für Marktgerechtigkeit, also das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), umsetzt. Im einzelnen gehören zu den Aufgaben des Bundeskartellamtes die Durchsetzung des Kartellverbots, die Fusionskontrolle, die Missbrauchsaufsicht über marktbeherrschende bzw. marktstarke Unternehmen, die Überprüfung der Vergabe öffentlicher Aufträge des Bundes und die Durchführung von Sektoruntersuchungen. Es gibt insgesamt zwölf Beschlussabteilungen, welche überwiegend nach Branchen eingeteilt sind. Sie sind unabhängig und frei in ihrer Entscheidungsfindung. Im Amt arbeiten hälftig Juristen und Ökonomen, wobei beide Gruppen fortlaufend in relevanten Wissensbereichen der jeweils anderen Gruppe geschult werden.

Alle Informationen für Praktikumsinteressierte findet man auf der Homepage des Bundeskartellamtes. Eine Frist gibt es nicht, jedoch ist es ratsam sich 6 Monate vor geplantem Antritt zu bewerben. Aber auch kurzfristiger kann man eine Stelle durch Glück, gute Noten, einen interessanten Lebenslauf usw. ergattern. Durch die Anforderungen auf der Internetseite darf man sich nicht abschrecken lassen und man kann als Jurist ebenso ein Praktikum im ökonomischen Bereich machen wie man als Ökonom im juristischen Bereich tätig sein kann. Überwiegend wird man dort auf Masterstudenten oder Referendare stoßen, jedoch sind auch Bachelorstudierende keine Seltenheit. Es sind freiwillige Praktika sowie Pflichtpraktika (bis 3 zu Monaten) möglich. In den Beschlussabteilungen werden überwiegend Juristen eingesetzt. Ansonsten habe ich Praktikanten und Referendare aus der Ökonomieabteilung, der Sonderkommission Kartellbekämpfung und im Referat Deutsches und europäisches Kartellrecht kennengelernt. Ein vollständiges Organigramm über den Aufbau und möglichen Praktikumsbereichen (, welche man sich in der Bewerbung wünschen kann,) gibt es auf der Homepage.

Ich war in der ersten Beschlussabteilung untergebracht, die sich auf die Gewinnung von Erzen, Steinen und Erde konzertiert, hinzu kommen die Bauindustrie und damit verbundene Dienstleistungen im Bereich Baustoffe, Glas und Keramik, Immobilien und verbundene Dienstleistungen und das Holzgewerbe.

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Absolventenkongress Köln, 26.11.2015

Gastautor: S. Weber
1. Dezember 2015

Wie in einer früheren Ankündigung von Kassel Law bereits erwähnt, hat am 26. und 27.11. diesen Jahres der Absolventenkongress des Staufenbiel Instituts in Köln stattgefunden. Dabei handelt es sich um eine Jobmesse, bei der sich über 200 Unternehmen platziert und präsentiert haben, um Studenten und Absolventen Fragen über Praktika, Trainees, Direkteinstieg oder Abschlussarbeiten zu beantworten.

Bevor es nun zu der Messe ging, war einige Vorbereitung notwendig, um die erhoffte Effizienz daraus ziehen zu können. Zunächst gab es im Career Service der Uni Kassel eine Zeitschrift zur Messe, welche auch einen Code enthielt, der den kostenlosen Zutritt in Köln ermöglichte (andernfalls 5 €). Diese Zeitschrift enthielt eine Reihe von hilfreichen Tipps (Vorbereitung, Kleidung, Gesprächsführung) und eine Liste der teilnehmenden Unternehmen, stellte einige davon kurz vor und verdeutlichte den Ablauf. Zusätzlich entwickelte das Staufenbiel Institut eine App, welche dazu dient, dass der Student seine Jobwünsche und Präferenzen eingibt und die App automatisch berechnet, wie groß die prozentualen Überschneidungen der Kriterien des Studenten und die Bedürfnisse des Unternehmens sind (Matching). Dadurch lässt sich bereits eine wage Übersicht erkennen, welche Unternehmen für einen selbst interessant sein könnten und wo die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg am höchsten ist. Hierdurch fallen einem ebenfalls viele Unternehmen auf, die man vorher vielleicht gar nicht in Betracht gezogen hat oder die man nicht kannte. Der nächste Schritt würde darin liegen nach den Unternehmen zu recherchieren und sich über das gewünschte Feld bereits vorab schlauzumachen. Neben dem persönlichen Kontakt mit den „Unternehmenschefs“ bietet die Messe Unternehmenspräsentationen an, wie z.B. von der Telekom oder Bayer, wo die Sprecher gezielt über Einstiegsmöglichkeiten beim jeweiligen Unternehmen referieren und man auch Fragen stellen kann, welche großzügig beantwortet werden. Weiter gibt es Vorträge zu Bewerbung und Berufseinstieg, Branchen- und Jobtrends und Technik (z.B. Karriere im IT, fortschreitende Digitalisierung). Das Unternehmen Kienbaum bot ebenfalls einen CV-Check an und über Xing wurden kostenlose Fototermine für ein professionelles Bewerbungsbild vergeben (allerdings begrenzt). Weiterlesen…

Das Rotationsprinzip

Gastautor: S. Weber
17. April 2014

Im Büro herrscht überwiegend gute Stimmung. Die „busy season“ ist überstanden und alle atmen ein wenig auf – jedoch nur ein wenig, denn es bleibt immer viel zu tun. Während meines Praktikums bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Frankfurt im Audit hörte man neben fleißig arbeitenden Kollegen und Vorgesetzten öfter das Wort „Rotation“ fallen, welches von einem eher unzufriedenen Gesichtsausdruck begleitet wurde. Als Praktikant soll man viele Fragen stellen, richtig? Bei der nächsten Gelegenheit habe ich mich dieser dann auch angenommen.

Vorab ein wenig Grundlagen, sowie die wirtschaftliche Entwicklung und Situation:

Was macht ein Wirtschaftsprüfer? Wirtschaftsprüfer beschäftigen sich in erster Linie damit Jahres- und Konzernabschlüsse zu prüfen, also ob die Unternehmen die gesetzlichen Vorgaben aus HGB und/oder IFRS (US GAAP sei hier mal nur kurz erwähnt) korrekt umsetzen. Zusätzlich bieten sie oft darüber hinaus Beratung in Bereichen wie Steuern, Management, Finanzierung etc. an. Ein interessanter Job also, der für diejenigen unter uns, die sich für das Rechnungswesen und die Rechnungslegung erwärmen, einen Blick wert ist. Der Vorgesetze meines Vertrauens hat diesen Beruf poetisch als „Verbindung zwischen Zahlen und Menschen“ bezeichnet, was ich durchaus passend finde.

Als Wirtschaftsprüfer arbeitet man frei und kommt demnach auch in die Situation ein Unternehmen zu bewerten, ihm in gewisser Weise einen Stempel aufzudrücken, weshalb es vorab sehr wichtig ist zu klären, ob man einem Mandanten gegenüber auch wirklich unabhängig ist und dessen Stellung nicht aus persönlichen Gründen o.ä. negativ beeinflussen könnte (oder auch möchte). Es handelt sich somit um einen Zustand, den man kaum mit einem „ja“ oder „nein“ beantworten kann und dies ist auch der EU klar geworden. Sie hat nämlich nach der Finanzkrise entschieden, dass die großen Wirtschaftsprüfer in Europa dem Rotationsprinzip unterliegen sollen. In Deutschland handelt es sich um die „Big Four“ (Deloitte, Ernst & Young, KPMG und Pricewaterhouse-Coopers; Beherrschung des Marktes ~ 85%). Das bedeutet, dass sie große Konzerne nur noch zehn Jahre prüfen dürfen und danach wechseln müssen. Dienstleistungen wie z.B. Steuerberatung wurden mit schwerwiegenden Restriktionen versehen. Einkommen aus Beschäftigungen abseits des klassischen Geschäfts dürfen nur noch höchstens 70 Prozent betragen.

Was steckt hinter dieser Regelung? Weiterlesen…

Urt. v. 29.10.2012, Az. 5 Sa 549/11 oder “Piloten, behütet euch!”

Gastautor: S. Weber
3. November 2012

Arbeitsuniformen sind in erster Linie eine schicke Sache. Man denke doch nur mal an die hübschen Stewardessen und die respekteinflößenden Polizisten! Manche Arbeitgeber neigen allerdings zum Übertreiben, seien es nun die Mitarbeiter bei McDonalds, die ihre Uniform ablegen müssen, wenn sie in ihrer Mittagspause zum Bäcker gehen wollen oder nun die Lufthansa…

In der Juristerei sagt man so schön: „Gleiches wird gleich behandelt.“ Dass man zwischen Männern und Frauen karrieretechnisch nicht mehr zu Unterscheidungen neigt, sollte bekannt sein. Wie sieht das bei Uniformen aus? Tatsächlich hat jetzt ein Pilot von der Lufthansa geklagt, da ihm ein Flug entzogen wurde, weil er sich nicht an seinen Arbeitsvertrag gehalten hat, was seine Uniform betraf. Er wollte seinen Flug ohne Mütze antreten und wurde dabei erwischt. „Piloten müssen Mützen tragen“, so entschied, im Gegensatz zu der Vorinstanz, das Landesarbeitsgericht Köln. Dies gilt jedoch nicht für die weiblichen Kollegen und so erschien es dem klagenden Piloten gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) zu verstoßen. Das Landesarbeitsgericht begründete seine Entscheidung so: es bestehe bereits seit vielen Jahren eine Betriebsvereinbarung für Dienstbekleidung. Diese besagt, dass Piloten eine Flugkapitänsmütze tragen müssten, den Pilotinnen sei dies aber selbst überlassen. Sie könnten sie tragen, müssten es aber nicht. Es handelt sich also um traditionelle Beweggründe. Weiterhin begründet der Richter Jochen Sievers, dass die Mütze nicht isoliert angesehen werden dürfe, sondern ein Teil der regulären Uniform sei. Schließlich gebe es bei den Pilotinnen auch Unterschiede in der Bekleidung: sie dürften Röcke tragen. Und dies stelle auch keine Benachteiligung der Männer dar. Der Lufthansa-Pilot führte an, dass 95 Prozent seiner männlichen Kollegen die Mütze nicht tragen würden. Somit wird die Tragweite dieser Entscheidung deutlich. Unternehmensangaben zufolge sind damit 3400 männliche Piloten betroffen. Nur etwa 6 Prozent der Piloten sind weiblich. Dem klagenden Piloten steht es nun frei vor das Bundesarbeitsgericht in Erfurt zu ziehen. Zusammenfassend lässt sich sagen, die Lufthansa finde, die Mütze sehe gut aus und entspreche dem historisch gewachsenen Bild eines Flugkapitäns.

Ich persönlich konnte mir ein Schmunzeln beim Lesen der Artikel nicht verkneifen und empfand auch so etwas wie Mitleid mit dem Piloten, dessen Mütze unbequem sei und unnötig Platz wegnehme, wie er selbst sagte. Auf der anderen Seite muss man natürlich fragen in welchem Verhältnis dieser Prozess steht? Muss man es wirklich so weit kommen lassen, wegen einer Mütze, vielleicht sogar vor das Bundesarbeitsgericht zu ziehen? Schließlich müssen die Steuerzahlen dafür herhalten. Was auch passiert, ich komme nicht umhin dem armen Piloten die Daumen zu drücken.

Wer noch weiteres Interesse an dem äußeren Erscheinungsbild von Flugpersonal hat, der kann sich die Entscheidung (LAG Köln, Beschl. v. 18.08.2010, Az. 3 TaBV 15/10) ansehen, welche Fragen um Fingernägeln, Haaren und Unterwäsche klärt. Weiterlesen…

Unisex-Tarife

Gastautor: S. Weber
29. Mai 2012

Angenommen ich gehe zum Friseur, dann bezahle ich etwa 20€ um meine Haare schneiden zu lassen. Mein Freund hingegen bezahlt nur 8€ für einen Haarschnitt. Ist es fair, dass ich, nur weil ich ein Mädchen bin, höhere Kosten habe? Ich meine: „nein“ und der EuGH teilt meine Ansicht.

Der EuGH hat entschieden, dass sich dieses Beispiel auch auf den Versicherungsmarkt übertragen lässt und geschlechtsspezifische Prämien und Leistungen in Versicherungsverträgen diskriminierend seien. Im September 2010 plädierte die EuGH-Generalsekretärin Juliane Kokott für eine Abschaffung dieser Sonderregel. Einige Monate darauf (März 2011) urteilten die Richter in Luxemburg, dass unterschiedliche Tarife gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen.

Aufgrund der genetischen Bedingungen von Männern und Frauen ging man bislang immer davon aus, dass verschiedene Tarife gerechtfertigt seien: Frauen leben länger, müssen somit höhere Beiträge für die gleiche Leistung ihrer Lebensversicherung zahlen; Männer leben risikofreudiger, deshalb haben sie teurere Kfz-Versicherungen. Notwendig war nur eine statistische und versicherungsmathematische Belegung anhand von faktischen Daten. Nun sollen ab dem 21.12.2012 nur noch Unisex-Tarife angeboten werden (Rechtssache C-236/09, Urteil vom 01.03.2011). Weiterlesen…

Workshop: Präsentation – Handwerkszeug zum Präsentieren und Referieren

Gastautor: S. Weber
13. Mai 2012

„Und Sie halten darüber nächste Woche ein Referat!“, erklärt der Tutor vor dem ganzen Kurs.
Ich nicke und hab dafür nur ein schwaches, nervöses Lächeln übrig.

Referate – ein Bereich, der den einen wohl gut liegt, aber vielen auch den Angstschweiß auf die Stirn treibt und um den nicht ein einziger Student herum kommt. Ich selber gehöre der an zweiter Stelle genannten Gruppe an und weiß, dass, vor allem in meinem Fach Wirtschaftsrecht, die Präsentation eine erhebliche Rolle spielt. Das war der Anlass für mich zu sagen: „Bereite dich vor!“

Vorbereiten – aber wie? Die Suche ereignete sich als relativ ereignisarm und schnell wurde ich fündig. Durch meine Erfahrungen in früheren Workshop, wusste ich, dass die Zentrale Studienberatung und auch SMS verschiedene Kurse boten, die den Studenten das Uni-Leben etwas erleichtern sollten. So landete ich bei dem Seminar von Frau Mürköster „Präsentation – Handwerkszeug zum Präsentieren und Referieren“, den ich im Angebot der Zentralen Studienberatung gefunden hatte. Etwa einen Monat bevor dieser stattfand habe ich mich angemeldet. An einem Freitag (04.05.12) sollte es dann beginnen, von 14:00 bis 18:00 Uhr und am folgenden Samstag ging es dann von 10:00 bis 17:00 Uhr weiter. Ich wartete vor dem Raum 4100, Mönchebergstr. 19 (, der im Übrigen gerne für solche Veranstaltungen gewählt wird) und es gesellten sich nach und nach etwa 15 weitere Leute dazu. Das Seminar betreute die Expertin für Selbstmanagement Jutta Margret Mürköster, die in diesem Jahr zum ersten Mal solch einen Kurs an der Uni Kassel geleitet hat.
Zur Einleitung sollten sich die Studierenden erst einmal vorstellen und es ergab sich eine ziemlich bunte Mischung: von Biologen bis Wirtschaftswissenschaftler war vieles dabei. Und auch die Anlässe waren differenziert: manche waren dort, um ihre Nervosität zu besänftigen, wieder andere um Tipps & Tricks einzuholen, wie sie ihre Bachelor- oder Masterarbeit am besten verteidigen sollten. Hier sei angemerkt, dass es dabei lediglich um die Präsentation geht, den Stoff muss schon jeder selber lernen :) Ich will die Themen kurz benennen:

Vorüberlegungen für eine fachliche Präsentation
Wirkung
Körpersprache
Outfit
Stimme
Medien – PP und Flip Chart
TUBA – Methode (Vorgehensweise für erfolgreiche Stehgreifreden)
Tipps & Tricks

Neben reichlich Input, kamen auch wir, die Studenten, dazu, kurze Vorträge vor der Gruppe zu halten und das eben Gelernte anzuwenden. Obwohl diese unter „Laborbedingungen“ stattfanden, erforderten sie Überwindung und erschienen doch sehr realistisch.
Ziemlich schnell erkannte man Fortschritte bei sich und den Kommilitonen und erhielt von Frau Mürköster professionelle Rückmeldung und Verbesserungsvorschläge. Insgesamt war die Atmosphäre sehr angenehm, man konnte sich ausprobieren und hatte, neben dem Lernerfolg, viel Spaß.

Ich kann den Workshop wirklich empfehlen, unabhängig davon, ob man sein Studium erst begonnen hat oder schon in der Endphase ist. Auch wenn man meint, man weiß schon alles, wird dieser Kurs mit seinen Inhalten überraschen. Wer also wissen will, wohin mit den Karteikarten beim Vortrag, wie man mit seiner Kleidung noch etwas tricksen kann und wie man es schafft, dass die Power Point – Präsentation einem nicht die Show stiehlt, ist hier genau richtig!

Links:

www.uni-kassel.de/uni/studium/studienorganisation/studienverlauf/workshopprogramm.html

www.muerkoester.de/