Fortsetzung der Reihe „Brennpunkt Medien und Recht“ am 20.04.2016

Autor: T. Korell
5. April 2016

Das Semester hat noch nicht richtig begonnen und schon steht eines der Highlights des kommenden Sommerssemesters vor der Tür: Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Brennpunkt Medien und Recht“ wird fortgesetzt. Dazu sind alle Interessierten herzlichen eingeladen! Los geht es am 20.April 2016 um 18 Uhr c.t. im Gießhaus der Universität Kassel.

Die kommende Veranstaltung mit dem Titel „Barrierefreiheit in den Medien ­ Informationelle Teilhabe oder digitale Treppenstufe?“ verspricht einen spannenden Abend. Weiterlesen…

Grenzenlose Satire? Karikaturen und andere rechtsstaatliche Zumutungen

19. Juni 2015

Die nächste Veranstaltung der Reihe „Brennpunkt Medien und Recht“ steht vor der Tür. Ihr seid herzlich eingeladen am

 

1. Juli 2015, 18.00 Uhr, Gießhaus der Universität Kassel

„Grenzenlose Satire? – Karikaturen und andere rechtsstaatliche Zumutungen“

· Begrüßung

· Satirischer Auftakt mit Bernd Gieseking, Kabarettist und Satiriker

· Einführungsstatement von Prof. Dr. Christoph Degenhart, Inhaber des Lehrstuhls für Staats- und Verwaltungsrecht sowie Medienrecht an der Universität Leipzig

· Paneldiskussion der beiden Vortragenden mit

Oberkirchenrat Markus Bräuer, Medienbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

Martin Sonntag, Leiter und Geschäftsführer der Caricatura Kassel

Prof. Dr. Stephan Weichert, Professor für Journalismus und Kommunikationswissenschaft an der Hochschule Macromedia, Campus Hamburg [angefragt]

Prof. Wolfgang Thaenert, Honorarprofessor für Medienrecht an der Universität Kassel (Moderation)

 

„Was darf Satire?“ Diese Frage stand in den vergangenen Jahren immer dann im Fokus, wenn Karikaturen Reaktionen hervorriefen, die von öffentlicher Kritik und Protesten bis hin zu terroristischen Anschlägen reichten. Doch nicht nur bei religiösen Themen, sondern auch im Kontext von Geschichtsbewältigung oder „Political Correctness“ folgt auf satirische Provokationen und Tabubrüche schnell der Vorwurf der Grenzüberschreitung. Wenn Karikaturen und satirische Zuspitzungen als „Zumutung“ empfunden werden, liegen dieser Wertung oft auch moralische, weltanschauliche oder geschmackliche Maßstäbe zugrunde. Dabei können Verletzungen für die von den Zuspitzungen Betroffenen deutlich spürbar sein. Andererseits bilden die Meinungs-, die Medien- und die Kunstfreiheit grundgesetzlich verankerte Fundamente des pluralistischen Rechtsstaates und schützen den demokratischen Diskurs auch und gerade wenn Äußerungen anecken oder für den Einzelnen schwer erträglich erscheinen mögen. Aber darf Satire deshalb „alles“, wie es Tucholsky einst formulierte?

Die verfassungsrechtliche Dimension der Satire wird Prof. Dr. Christoph Degenhart in seinem Eingangsstatement beleuchten. In der anschließenden Diskussion sollen auch ihre medienethischen Implikationen und deren Wechselwirkungen mit dem Recht nicht zu kurz kommen.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung zur Veranstaltung unter www.kassel-medienrecht.de erforderlich. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Alle weiteren inhaltlichen und organisatorischen Details zur Veranstaltungsreihe sowie Berichte, Fotos und Videos zu den bisherigen Vortragsabenden findet ihr unter www.kassel-medienrecht.de oder hier bei Kassel Law.

Veranstaltungsbericht – Geliebte Spione, X-Box, Google Glass & Co.

Autor: A. Paetzel
4. Juli 2014

Am Mittwoch fand die diesjährige Abschlussveranstaltung der Reihe Brennpunkt Medien und Recht mit dem Thema „Geliebte Spione – X-Box, Google Glass & Co.“ statt. Dabei ging es um die Entwicklung des Datenschutzes bei den neuesten Technik-Gadgets auf dem Markt.

Peter Leppelt ist Geschäftsführer der praemandatum GmbH. Das Unternehmen mit 20 Mitarbeitern berät andere Unternehmen und Institutionen im Bereich Datensicherheit. Leppelt eröffnete den Abend mit einer kurzen Präsentation. Traditionell begann er mit zwei Fragen an das Publikum: „Vertrauen Sie Ihrem Privatcomputer?“ und „Vertrauen Sie Ihrem Privathandy?“. Die Antwort des Publikums war erwartungsgemäß und einstimmig beide Male Nein. Anschließend thematisierte Leppelt, in welchen alltäglichen Gegenständen Computer eingebaut sind. Datenschutzrechtlich bedenklich können demnach z.B. sein: Spielzeug, Smartphones, Fernsehgeräte, Google Glass und Smart Home Devices. Die Herausforderungen, denen sich die Gesellschaft stellen muss, sind laut Leppelt der Abbau des Vertrauensvorschuss gegenüber den Herstellern, das Erkennen des Netzes und das Erkennen seines Gegenübers.

Darauf folgte eine angeregte Diskussion mit Peter Leppelt und den Gästen Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs und Peter Schaar, Ex-Bundesdatenschutzbeauftragter und Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz. Als Moderator war Jan-Keno Janssen, Redakteur beim Computermagazin c´t, geladen.

Peter Schaar sprach die Angst vor einer angepassten Gesellschaft an. Wenn die Menschen immer befürchten müssten, dass ihr Verhalten registriert wird, verzichten sie auf Tätigkeiten, die sie anderenfalls ausüben würden. Als Beispiel nannte er die Teilnahme an Demonstrationen. Schaar fordert nicht nur die Selbstverantwortung von jedermann, sondern auch die Politik, um ungewünschte Datenweitergabe zu verhindern. So könnte z. B. eine Pflicht zur Integration bestimmter Voreinstellungen in den technischen Geräten bezüglich der Datenerfassung eingeführt werden, sodass der Nutzer die Kontrolle darüber hat. Lediglich ein möglicher Widerruf reiche nicht aus, da dem Nutzer der Überblick fehle und er tendenziell träge ist.

Constanze Kurz sprach sich deutlich für mehr Transparenz aus, getreu dem Motto „Wissen ist Macht“. Außerdem appellierte sie an die Gesellschaft. Jeder Einzelne sollte sich gegen ungewünschte Datenerfassung oder –weitergabe wehren. Gesetzesverstöße dürfen nicht toleriert werden, denn jeder Mensch hat Grundrechte, z. B. das Grundrecht auf Privatsphäre aus der Europäischen Menschenrechtskonvention (Art. 8 EMRK). Sie selbst hat mit dem Chaos Computer Club Klage beim Bundesgeneralanwalt eingelegt mit dem Ziel, dass Ermittlungen gegen die deutschen Geheimdienste und die Bundesregierung aufgenommen werden, weil diese Daten an die NSA weitergegeben haben sollen.

Jan-Keno Janssen hat mit seiner sympathischen Art und seinen gezielten Fragen durch die Diskussion geführt. Ihm konnte man anmerken, dass sein Herz für die Technik schlägt.

Nach einem Abschluss-Selfie der Referenten klang der Abend bei einem Glas Wein aus.

Kassel Law bedankt sich bei allen Gästen und den Veranstaltern, dem Institut für Wirtschaftsrecht, der Juristischen Gesellschaft zu Kassel, dem Institut für Europäisches Medienrecht und der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien für diese gelungene Veranstaltungsreihe. Wir freuen uns auf das nächste Mal!

Einladung zur Veranstaltung „Geliebte Spione? – X-Box, Google Glass & Co.“

Autor: T. Korell
27. Juni 2014

Am kommenden Mittwoch, den 02.Juli 2014, findet um 18:00 Uhr im Gießhaus der Universität Kassel bereits die diesjährige Abschlussveranstaltung der erfolgreichen „Brennpunkt Medien und Recht“-Reihe statt.

Enthüllungen über permanente Datenerfassungen der Geheimdienste beherrschen seit gut einem Jahr die Schlagzeilen. Parallel dazu steigt jedoch die Nutzung von Cloud-Diensten stetig, und neue Mediengeräte und -angebote wie X-Box und Google Glass ziehen faszinierte Nutzer in ihren Bann. Die eigenen Daten sind für den Einzelnen kaum mehr beherrschbar. Unüberschaubar ist, wer welche Daten wann und wo erhebt und was damit geschieht. Komplexität und Intransparenz der Dienste machen es schier unmöglich, die mit ihrer datenfordernden Nutzung verbundene Bequemlichkeit und die nur wenig greifbaren Gefahren für die eigene Privatsphäre abzuwägen.

Die – positiven wie negativen – Potenziale von „Big Data“ sowie die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und grundrechtlich geschützte Positionen, insbesondere das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, sind noch nicht abzusehen. Aktuelle Entwicklungen im Datenschutzrecht sowie die Durchsetzung von Rechten auch gegenüber global agierenden Unternehmen und Institutionen werden in der Diskussion ebenso thematisiert wie technische Ansätze und Möglichkeiten, diesen Entwicklungen zu begegnen.

Frei nach dem Slogan „Geliebte Spione? – X-Box, Google Glass & Co.“ wird es sicherlich wieder eine spannende Paneldiskussion geben. Die Diskutanten werden sein: Peter Schaar, Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID), Dr. Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs und Peter Leppelt, Geschäftsführer der praemandatum GmbH. Moderieren wird die Paneldiskussion Jan-Keno Janssen, c´t Magazin für Computertechnik.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung zur Veranstaltung unter www.kassel-medienrecht.de (bevorzugt) oder per Fax 0561-107714 (Kanzlei Spalckhaver/Keuneke/Baum/ Juristische Gesellschaft zu Kassel) erforderlich. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Weitere Details sowie Berichte, Fotos und Videos können unter www.kassel-medienrecht.de abgerufen werden.

Die Veranstalter, das Institut für Wirtschaftsrecht der Universität Kassel, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen), das Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) und die Juristischen Gesellschaft zu Kassel, freuen sich auf einen spannenden Diskussionsabend im Gießhaus!

 

 

Veranstaltungsbericht: Staatsfeind, Feigling, Held? – Von Whistleblowern, Kronzeugen und Informanten

Autor: A. Paetzel
8. Juni 2014

Am Mittwoch, den 4. Juni fand die zweite Veranstaltung der Reihe „Brennpunkt Medien und Recht“ im Gießhaus statt. Diesmal ging es um das aktuelle Thema Whistleblowing (dt.: Verpfeifen) und dessen rechtlichen Rahmen. Das Thema NSA-Skandal und Edward Snowden zog sich dabei wie ein roter Faden durch die Veranstaltung.

Der Abend begann mit einem Vortrag von Alexander Sander, Geschäftsführer des Digitale Gesellschaft e. V. Sander setzt sich für die Rechte von Whistleblowern ein. Die grundlegenden Probleme im Umgang mit geheimen Informationen und Ursachen für die aktuelle Entwicklung sieht Sander in drei Aspekten:

1. Fehlende Transparenz: geheim verhandelte Verträge, klassifizierte Dokumente, unehrliche Geheimdienste

2. Fehlende Kontrolle: zum Einen mangelnde Kontrolle der Geheimdienste, zum Anderen mangelnde Möglichkeiten von internem Whistleblowing

3. Fehlender Kulturwandel: Whistleblowing sollte in der Gesellschaft nicht mehr negativ behaftet sein

Sanders Fazit lautete, dass Transparenz – und als Ergänzung Whistleblowing – wichtig für eine demokratische Struktur und offene Debatte sind. Whistleblower sind seiner Meinung nach Helden, die nicht bestraft werden dürfen.

Zur anschließenden Diskussion waren Guido Strack, Vorsitzender des Whistleblower Netzwerk e. V., und Jens Peglau, Richter am OLG Hamm, geladen. Moderiert wurde die Runde von Herrn Prof. Dr. Dr. Blocher vom IWR.

Strack war bis 2005 Beamter der EU-Kommission, ehe er auf Missstände in seiner Dienststelle aufmerksam machte. Es folgte ein jahrelanger Kampf um Gehör. Strack hat während der Diskussion leidenschaftlich für die Rechte von Whistleblowern plädiert. Seine persönliche Geschichte konnte aufgrund der Kürze der Zeit nicht thematisiert werden. Nachlesen lohnt sich!

Peglau war als Experte für die „Kronzeugenregelung“ geladen. Die Regelung des § 46 b StGb wurde 2009 eingeführt und erlaubt es Richtern, den Strafrahmen für den Angeklagten zu verschieben, sofern dieser eine schwere Straftat aufdeckt.

Auch das Publikum hat sich rege an der Diskussion beteiligt. Den Zuschauern ging es vor allem um die „kleinen“ Bürger, die oftmals keine Möglichkeit haben, etwaige Missstände aufzudecken und die fehlenden entsprechenden Rechtsvorschriften.

Die nächste Brennpunkt Medien und Recht-Veranstaltung findet am 2. Juli unter dem Thema „Geliebte Spione? – X-Box, Google-Glass & Co“ statt. Tickets gibt es wie gewohnt auf der Internetseite der Veranstaltungsreihe.

 

Einladung zur Veranstaltung „Staatsfeind, Feigling, Held? – Von Whistleblowern, Kronzeugen und Informanten“

Autor: T. Korell
28. Mai 2014

Am kommenden Mittwoch, den 04.Juni 2014, findet um 18 Uhr im Gießhaus der Universität Kassel die nächste Veranstaltung der Reihe „ Brennpunkt Medien und Recht“ statt.

Der Slogan „Staatsfeind, Feigling, Held?- Von Whistleblowern, Kronzeugen und Informanten“ verspricht einen spannenden Vortrag sowie eine top aktuelle Diskussion. Die Geheimdienstaktivitäten der NSA, ebenso wie Videoüberwachung am Arbeitsplatz und Korruption haben besonders in der jüngsten Vergangenheit für viel Aufsehen und eine kontroverse Diskussion rund um das Thema „Whistleblowing“ gesorgt. Am kommenden Mittwoch stellen sich Experten Fragen wie: Welche Gefahren birgt dieser Weg für Informanten? Mit welchen Konsequenzen haben Arbeitnehmer zu rechnen, wenn Sie öffentlich auf Rechtsverletzungen des Arbeitgebers aufmerksam machen? Welche rechtlichen Rahmenbedingen existieren im Spannungsfeld von Pressefreiheit sowie öffentlichem Informationsinteresse einerseits und Vorwürfen von Geheimnisverrat andererseits? Betrachtet werden insbesondere Straf- und Kartellrecht, wo durch die sog. „ Kronzeugenregelung“ Anreize gesetzt werden, Insiderinformationen preiszugeben.

Alexander Sander, der Geschäftsführer der Digitalen Gesellschaft e.V., wird zum Einstieg zunächst einen Vortrag zum Thema halten. Daran wird sich eine Paneldiskussion mit Diskutanten aus der Praxis anschließen. Die Diskutanten werden Guido Strack, Vorsitzender des Whistleblower Netzwerk e.V., Dr. Jens Peglau, Richter am OLG Hamm mit umfangreicher wissenschaftlicher Erfahrung im Bereich der strafrechtlichen Kronzeugenreglung und der Referent Alexander Sander sein. Moderiert wird die Paneldiskussion von Kai Biermann, Redakteuer bei ZEIT ONLINE.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung zur Veranstaltung unter www.kassel-medienrecht.de (bevorzugt) oder per Fax 0561-107714 (Kanzlei Spalckhaver/Keuneke/Baum/ Juristische Gesellschaft zu Kassel) erforderlich. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Weitere Details sowie Berichte, Fotos und Videos können unter www.kassel-medienrecht.de abgerufen werden.

Die Veranstalter, das Institut für Wirtschaftsrecht der Universität Kassel, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen), das Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) und die Juristischen Gesellschaft zu Kassel, freuen sich auf einen spannenden Diskussionsabend im Gießhaus!

 

„All you can read- Wem das E-Book auf den Magen schlägt“

Autor: T. Korell
8. Mai 2014

Am gestrigen Mittwoch, dem 07.05.2014, war es endlich wieder soweit: Die erfolgreiche Reihe „Brennpunkt Medien und Recht“, veranstaltet durch das Institut für Wirtschaftsrecht (IWR), die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR), das Institut für Europäisches Medienrecht e. V. (EMR) und die Juristische Gesellschaft zu Kassel, ging in die zweite Runde. Der Titel „All you can read – Wem das E-Book auf den Magen schlägt” versprach einen spannenden Abend, ganz im Zeichen des Urheberrechts und innovativer Geschäftsmodelle.

Eröffnet wurde die Fortsetzung der Brennpunktreihe Medien und Recht von Herrn Joachim Becker, dem Vorsitzenden der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Prof. Dr. Dr. Blocher begrüßte ebenfalls die Zuhörerschaft und stieg mithilfe einer Umfrage in das Thema ein. Auf die Frage hin, wer bereits ein E-Book gelesen habe, hob ein Großteil der anwesenden Gäste die Hand. Die Beanwortung der Frage, wer denn einen E-Book- Reader besitze, fiel etwas verhaltener aus.

Im Anschluss stellte Prof. Dr. Dr. Blocher Herrn Prof. Dr. Reto M. Hilty vor, der das Publikum im Zuge seines Vortrags in das Thema einführte. Er ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb und gehört zu den profiliertesten Urheberrechtlern im deutschen Sprachraum. Die zentrale Fragestellung des Vortags von Prof. Hilty, was der Verbraucher mit einem E-Book machen bzw. was er im Vergleich zu normalen Büchern damit nicht mehr machen dürfe, zog sich als roter Faden durch den weiteren Diskussionsabend. Ganz besonders problematisch erwies sich die Fragestellung, wie es mit der Weiterveräußerung von E-Books aussehe. Verwiesen wurde auf das EuGH- Urteil „Used Soft“, vom 3. Juli 2012 C-128/11.

Grundsätzlich sei der Werkgenuss des E-Books urheberrechtlich nicht relevant, so Hilty. Mit dem Werkgenuss gehe jedoch auch die Nutzung einer Software, zum Abspielen des E-Books einher, was die Frage aufwerfe, wem die Rechte an der Software gehören. Damit komme der Erschöpfungsgrundsatz nach § 17 II, 69c Nr. 3 S. 2 UrhG ins Spiel. Nach diesem ist der Weiterverkauf der entsprechenden Software ohne Zustimmung des Urhebers zulässig. Der Erschöpfungsgrundsatz bezieht sich lediglich auf das Verbreitungsrecht des Rechtsinhabers. Dieser Grundsatz könnte auch bei E-Books Anwendung finden. U.a. weil anders als für die Software bei E-Books die Schranke der Vervielfältigung zum privaten Gebrauch greift, ist die EuGH-Rsp. zu UsedSoft nicht ohne Weiteres auf den Sekundärmarkt für E-Books übertragbar. Prof. Hilty kam zu dem Schluss, dass im Hinblick auf den E-Book-Markt der Ruf nach dem Urheberrechtsgesetzgeber nicht gerechtfertigt sei. Vielmehr gehe es um die Frage, ob der Sekundärmarkt den Primärmarkt daran hindere, einen ausreichenden ROI zu erzielen, oder ob umgekehrt eine Behinderung des Sekundärmarkts zu mangelnder Innovation und Investition in neue Inhalte führe. Sich in diesem Zusammenhang stellende regulatorische Fragen seien aber nicht die Domäne des Urheberrechts, sondern jene des Wettbewerbsrechts. Weiterlesen…

Termine dieser Woche im Überblick

5. Mai 2014

Da sich in dieser Woche die Termine und Veranstaltungen häufen, hier eine kleine Terminübersicht. Wäre doch schade, wenn Ihr am Ende was übersehen habt:

Dienstag, 06. Mai 2014

12:00 Uhr – Arbeiten bei der UNESCO – Berufschancen bei einer UN-Organisation (Vortrag des Career Service)

18:00 Uhr – Infoveranstaltung zum International Summer Programm 2014 “Global Corporate Governance”

Mittwoch, 07. Mai 2014

18:00 Uhr – Brennpunkt Medien und Recht zum Thema “All you can read! – Wem das E-Book auf den Magen schlägt”

Donnerstag, 08. Mai 2014

14:00 Uhr – Die Verbraucherstimme – Arbeit im Verbraucherschutz (Vortrag Career Service)

16:30 Uhr – Couchgespräch – Branchenkenner plaudern aus dem Nähkästchen

 

Auftaktveranstaltung „Brennpunkt Medien und Recht“ am 07. Mai 2014

Autor: T. Korell
29. April 2014

Die in den Jahren 2012 und 2013 erstmals durchgeführte Veranstaltungsreihe, „Brennpunkt Medien und Recht“, wird in diesem Semester aufgrund höchster Aktualität der Themen sowie positiver Resonanz auf die vergangenen Veranstaltungen mit drei weiteren Terminen fortgesetzt. Auch diesmal stehen höchst aktuelle und brisante Themen, die sich aus der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung unserer Gesellschaft ergeben,  im Fokus der Veranstaltungen.

Die erste Brennpunkt-Veranstaltung findet am Mittwoch, 7. Mai 2014, ab 18 Uhr im Gießhaus der Universität Kassel statt. Der Titel der Veranstaltung, „ All you can read- Wem das E- Book auf den Magen schlägt“, verspricht eine spannende und diskussionreiche Veranstaltung. So wird sich an diesem Abend alles um E-Books, die damit verbundenen Chancen und Risiken sowie die dazugehörigen rechtlichen Fragestellungen drehen.

Zunächst wird Prof. Dr. Reto M. Hilty, der Direktor des Max-Planck- Instituts für Innovation und Wettbewerb einen Vortrag halten, woran sich dann eine Paneldiskussion anschließen wird. Herr Prof. Dr. Reto M. Hilty, einer der profiliertesten Urheberrechtler im deutschen Sprachraum, wird in seinem Vortrag erläutern, welche Rechtsfragen aus der Problematik erwachsen, dass durch die stark wachsenden Marktanteile der E-Books nun auch die Buchverleger von der Digitaltechnologie eingeholt werden. Er wird besonders auf Fragen eingehen wie: Passen die herkömmlichen Prinzipien des Urheberrechts in einer Welt digitaler Bücher noch? Bieten die Geschäftsmodelle der Verleger, was die Nutzer wollen? Wie kann dabei eine angemessene Vergütung der Autoren sichergestellt werden? Bietet der Weg über die kollektive  Rechtewahrnehmung Lösungsansätze- oder wäre gar eine Kulturflatrate die richtige Antwort? Besteht seitens des nationalen Gesetzgebers überhaupt ausreichend Handlungsspielraum, oder liegt der Handlungsbedarf auf europäischer Ebene?

In der anschließenden Paneldiskussion werden mit den Vertretern aus der Praxis die Entwicklungen in der Verlagsbranche unter vielfältigen Aspekten diskutiert. Neben der Frage nach neuen Geschäftsmodellen wird es u.a. auch um Self-Publishing-Konzepte und die (vermeintliche?) Rivalität zwischen E-Book und gedrucktem Buch gehen. Die Vertreter aus der Praxis sind:  Ina Fuchshuber, Leiterin von neobooks.com, Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse und Wolfgang Tischer,  von literaturcafe.de, welcher die Paneldiskussion moderieren wird. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich mit Fragen und Stellungnahmen in die Diskussion einzubringen.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung zur Veranstaltung unter www.kassel-medienrecht.de (bevorzugt) oder per Fax 0561-107714 (Kanzlei Dr. Spalckhaver/Juristische Gesellschaft zu Kassel) erforderlich. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Alle weiteren inhaltlichen und organisatorischen Details zur Veranstaltungsreihe sowie Berichte, Fotos und Videos zu den bisherigen Vortragsabenden gibt es unter www.kassel-medienrecht.de.

Die Veranstalter, das Institut für Wirtschaftsrecht der Universität Kassel, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen), das Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) und die Juristische Gesellschaft zu Kassel, freuen sich auf einen spannenden Diskussionsabend im Gießhaus!

Vortragsreihe “Brennpunkt Medien und Recht” wird fortgesetzt

14. April 2014

Mit den Herausforderungen, die Vernetzung und Digitalisierung an das Recht stellen, beschäftigt sich die Reihe „Brennpunkt Medien und Recht“ an der Universität Kassel. Teilnehmen wird u. a. Peter Schaar, Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz. Die drei  Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

Mit den Veränderungen von Mediennutzung und Kommunikationsverhalten, der stetigen Weiterentwicklung von Technologien und Angeboten sowie der allgegenwärtigen Datenerfassung ist die Gesellschaft gefragt, wie sie mit diesen Entwicklungen umgehen will und welche Rahmenbedingungen Recht setzen soll und kann. Hierfür ist ein breiter gesellschaftlicher Diskurs erforderlich, zu dem die Veranstaltungsreihe „Brennpunkt Medien und Recht“ anregen und beitragen möchte. Die Einladung mitzudiskutieren richtet sich deshalb nicht nur an Juristinnen und Juristen, Medienverantwortliche und Studierende, sondern insbesondere auch an die interessierte Öffentlichkeit.

Die Termine im Einzelnen:

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