Präsentationen des Erstsemesterprojekts 2014

15. Oktober 2014

Nach der einwöchigen Projektarbeitszeit standen heute die Ergebnispräsentationen durch die Projektgruppen im Gießhaus der Universität Kassel an. Um 11.00 Uhr begrüßte Herr Prof. Dr. von Wangenheim die Erstsemester zu diesem Programmpunkt, der – wie auch in den vergangenen Jahren – zugleich den Abschluss der Einführungstage bildet.

Das Thema des Erstsemesterprojekts war in diesem Jahr die fiktive „gastronomische Neugestaltung der studentischen Kultur- und Partylocation K19“ und wurde im Sommersemester 2014 im Modul Projektmanagement von Studierenden höherer Semester erstellt. Jede Gruppe hatte zwanzig Minuten Zeit, der Jury, bestehend aus Herrn Prof. Dr. von Wangenheim, Herrn Prof. Dr. Dr. Blocher, Herrn Prof. Dr. Rott, Herrn Prof. Dr. Kuhn, Frau Prof. Dr. Deckert, Herrn Dr. Mönkemöller sowie Herrn Markus, ihre gemeinsam erarbeitete Präsentation vorzustellen. Im Anschluss daran folgte jeweils eine etwa zehnminütige Fragezeit für die Jury, in der diese Gelegenheit hatte, bei der vorstellenden Gruppe zu bestimmten Inhalten und Themenfeldern ihrer Präsentation näher nachzuhaken. Auch manch kritischer Nachfrage mussten sich die Erstsemester stellen und versuchen, ihre Entscheidungen und Lösungsansätze zu verteidigen.

Je zwei der ursprünglichen acht Projektgruppen hatten im Vorfeld einen rechtlichen Schwerpunktbereich zugeteilt bekommen. So sollten die ersten beiden Gruppen besonderes Augenmerk auf Rechtsform/ Haftung/ Finanzierung und Versicherung des Projekts legen. Die Gruppen 3 und 4, die sich im Laufe der Projektwoche zu einer Gruppe zusammengeschlossen hatten, hatten den Hauptthemenbereich Öffentliche Genehmigungen/ Veranstaltungsrecht/ Umweltrecht und Nachbarrecht. Den Gruppen 5 und 6, die ebenso zu einer Gruppe zusammenschmolzen, wurde der Schwerpunkt Arbeitsrecht und Arbeitsverträge zugeteilt und den Gruppen 7 und 8 der Bereich E-Commerce- und Urheberrecht. Weiterlesen…

Neue “wiwi aktuell” erschienen!

13. Oktober 2014

Zu Beginn des Wintersemesters ist nun eine neue Ausgabe unseres Fachbereichsmagazins “wiwi aktuell” erschienen. U. a. zu lesen ist darin ein Rückblick auf die Veranstaltungsreihe “Brennpunkt Medien und Recht” sowie ein Interview mit Herrn Prof. Rott, der zum Sommersemester 2014 neu an die Uni Kassel und das Institut für Wirtschaftsrecht gekommen ist.

Das Magazin liegt derzeit in gedruckter Version im Fachbereich 07 in der Uni aus und ist hier zudem online verfügbar. Reinblättern lohnt sich!

Tag 3 der E-Woche 2014 – Ausgabe des Erstsemesterprojekts

8. Oktober 2014

Um 9.30 Uhr heute Morgen ging es in die dritte Runde der diesjährigen E-Woche. Der Tag begann mit einer kurzen Vorstellung des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) durch Christin Eisenbrandt, im AStA aktive Studierende, sowie einer weiteren kurzen Vorstellung von Kassel Law durch meine Person.

Danach hatten die Erstsemester noch einmal Gelegenheit, Fragen zu all den neuen Informationen der letzten zwei Tage zu stellen.

Um 11.00 Uhr trafen sich nach einer Pause alle im Hörsaal VI zur Ausgabe des Erstsemesterprojekts wieder. Das Projekt wurde auch in diesem Jahr von Studierenden höherer Semester im Modul “Projektmanagement” unter der Leitung von Christina Greinert und Christine Ruttmann entwickelt. Herr Prof. Dr. von Wangenheim erläuterte den neuen Studierenden, was sie in der kommenden Woche erwartet und gab das Thema der diesjährigen Projektwoche bekannt – “Gastronomische Neugestaltung der studentischen Kultur- und Partylocation K19″. Zur Bearbeitung des Projektes, dessen Inhalte allerdings fiktiv sind, wurden die Studierenden in acht Gruppen eingeteilt. Die Gruppen sollen sich nun in den nächsten sieben Tagen als fiktive studentische UnternehmerInnen mit den rechtlichen Rahmenbedingungen auseinandersetzen, die bei einer solchen Neugestaltung beachtet werden müssen.

Mit Hilfe der Materialien in ihren Projektmappen sollen die Studierenden sich u. a. Gedanken darum machen, wie das Projekt finanziell umgesetzt werden kann, welche Rechtsform sich für ein dafür zu gründendes Unternehmen anbietet, welche umweltrechtlichen Aspekte zu berücksichtigen sind, welche arbeitsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden müssen und welche Probleme im Bereich des Urheberrechts auftreten könnten. Weiterlesen…

Tag 2 der E-Woche 2014

7. Oktober 2014

Nach einem gelungenen Abend bei netten Gesprächen und Cocktails im Mayacoba, an dem ca. 40 Erstsemester und Tutoren teilnahmen, ging es heute – eine Stunde später als gestern – um 9.00 Uhr mit dem 2. Tag der E-Woche weiter. Auf dem Programm stand zunächst die Vorstellung der Professorinnen und Professoren unseres Instituts mit ihren jeweiligen Fachgebieten sowie die Vorstellung unserer Lehrbeauftragten. In ca. 15 Minuten hatte jeder von ihnen die Möglichkeit, sich persönlich mit einigen Worten bei den neuen Studierenden vorzustellen, einen kurzen Einblick in ihr jeweiliges Fachgebiet und ihre Forschungstätigkeiten zu geben, besonders aber auch einige Informationen darüber, in welchen Bereichen der Lehre die Studierenden sie in den kommenden Semestern wiedersehen werden. Anhand einiger kurioser und amüsanter Fälle aus der Praxis bekamen die Studierenden einen Eindruck, welche Themen sie in den einzelnen Lehrveranstaltungen erwarten und auch der ein oder andere Tipp für das Studium und zukünftige Studentenleben wurde ihnen von den Vortragenden mit auf den Weg gegeben.

Im Anschluss an die Vorstellungsrunde kamen alle Erstsemester, Tutorinnen und Tutoren sowie einige Professoren und Lehrbeauftragte auf dem Campus zu einem Gruppenfoto zusammen.

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Tag 1 der E-Woche: Herzlich Willkommen, liebe Erstsemester!

6. Oktober 2014

 

Heute Morgen um 08.00 Uhr war es wieder einmal soweit. Für knapp 120 neue Wirtschaftsrechtsstudierende begannen die diesjährigen Einführungstage. Herr Prof. Dr. von Wangenheim als neuer Leiter des Instituts für Wirtschaftsrecht hieß alle Erstsemester an der Universität Kassel und am Institut herzlich willkommen und begrüßte sie mit einigen einleitenden Worten rund um den Start in ihren neuen Lebensabschnitt. Dabei ging er u. a. auf die Besonderheit unseres Studiengangs, der mit der ökonomischen sowie der rechtlichen gleich zweierlei Betrachtungsweisen lehrt, ein. Anhand des Beispiels der Entscheidung für oder gegen ein Studium, für oder gegen einen Job neben dem Studium führte er die Studierenden auf praxisnahe Weise in ökonomische Überlegungen ein.

Auch Jaquelin Weniger, Vorsitzende des Juristik e.V. und Tutorin,  richtete einige Worte zur Begrüßung an unsere neuen Kommilitoninnen und Kommilitonen.  Im Anschluss daran stellten sich die weiteren elf Tutoren vor, zu denen auch ich das zweite Jahr zähle. Wir begleiten die  Erstsemester auch in diesem Jahr in der Einführungswoche, stehen ihnen bei allen Fragen gern mit Rat und Tat zur Seite und teilen mit ihnen unsere eigenen Erfahrungen aus dem Studium. Die meisten von uns können sich bestimmt noch gut an ihren ersten Tag an der Universität Kassel mit all den neuen Eindrücken, Infos, Erwartungen und anfänglichen Bedenken erinnern.

Nach einer kurzen Vorstellung des Zeitplans für die kommenden Tage ging es für die Studierenden dann auch aktiv los Weiterlesen…

Institutsleiterwechsel am IWR

1. Oktober 2014

Sechs Jahre wurde das Institut für Wirtschaftsrecht von Herrn Prof. Dr. Dr. Walter Blocher geleitet.  Seit heute hat „unser“ Institut nun eine neue Leitung – Herr Prof. Dr. Georg von Wangenheim übernimmt den Posten des geschäftsführenden Direktors. Professor von Wangenheim, der bereits in den Jahren 2006 – 2008 Direktor des Instituts und zuletzt stellvertretender Direktor war, ist seit 2005 an der Universität Kassel. Das von ihm geleitete Fachgebiet umfasst Grundlagen des Rechts, Privatrecht und Ökonomik des Zivilrechts und die meisten von uns Studierenden haben ihn bestimmt schon in der ein oder anderen Bachelor- oder auch Masterveranstaltung in diesen Bereichen der Lehre kennengelernt. Wir von Kassel Law haben ihn aus aktuellem Anlass gefragt, was seine Aufgaben als Institutsleiter sein werden und was er sich für die kommende Amtszeit vorgenommen hat.

KL: Herr Professor von Wangenheim, herzlichen Glückwunsch zunächst zu Ihrer Wahl als neuer Institutsdirektor! Welche Erwartungen haben Sie an Ihre neue Aufgabe?

GvW: „Konsolidierung. Das Institut ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Deshalb wird Konsolidierung eine große Rolle spielen. Es ist wichtig, die neuen Kollegen am Institut zu integrieren. Mein Ziel ist es außerdem, die Studierendenzahlen am Institut nicht noch weiter zu erhöhen. Eher ist es mir wichtig, die Qualität des Studiums und die Studienbedingungen zu verbessern.“

KL: Jeder hat vielleicht eine grobe Ahnung und seine ganz eigene Vorstellung, aber was können wir Studierenden uns unter dem Posten des Institutsdirektors denn genau vorstellen?

GvW: „Vor allem geht es darum, zu koordinieren. Jedes der vier Institute am Fachbereich hat verschiedene Interessen, die zusammenzuführt und berücksichtigt werden müssen. Dabei ist es wichtig, auch auf die eigenen Interessen, also die Interessen des IWR, zu achten. Außerdem gehört dazu, das Institut nach außen hin gegenüber dem Fachbereich sowie dem Präsidium zu vertreten. Weiterhin geht es um Strategieentwicklung, wobei die Strategie meiner ersten Amtszeit vor allem die Konsolidierung sein wird.“

KL: Was haben Sie sich für Ihre erste Amtszeit vorgenommen?

GvW: „Zunächst wieder hereinzukommen in den Job. Wir haben drei neue Kollegen am Institut, die es zu integrieren gilt. So hat das Institut zukünftig neun anstatt  - wie bisher – sechs Professoren, was natürlich andere Voraussetzungen sind und etwas mehr Koordination erfordert. Zudem wird es eine Neuorganisation der Studiengangskoordination und somit auch Veränderungen in diesem Bereich geben.“

KL: Wie zeitaufwändig ist die Institutsleitung?

GvW: „Das kommt ganz darauf an, wie man das macht. Fünf bis zehn Stunden pro Woche müssen aber insgesamt schon eingeplant werden. Es finden Sitzungen statt, es müssen Sitzungen vorbereitet werden, es gibt Besprechungen mit anderen Institutsleitern. Das Institut hat sich seit meiner letzten Amtszeit sehr entwickelt, es ist mittlerweile aber auch eine bessere Organisation vorhanden.“

KL: Auf welche Aufgaben freuen Sie sich besonders?

GvW: „Auf die Abschlussveranstaltungen und -feiern mit den Studierenden. Ich freue mich auf positive Rückkopplung von ihnen bei gemeinsam erreichten Verbesserungen des Studiums und konstruktive Diskussionen mit aktiven Studierenden, die zu den Verbesserungen beitragen.“

KL: Gibt es auch Aufgaben, auf die Sie sich eher weniger freuen?

GvW: „Ich freue mich nicht darauf, Sitzungen zu führen, die zu lange dauern, weil ich sie nicht gut genug leite. Außerdem hoffe ich, dass es keine Budgetkürzungen geben wird. Diese sind zwar nicht geplant, aber auch eine andere Budgetzuordnung zum gesamten Universitätshaushalt würde beispielsweise Exkursionsförderungen oder Ähnliches schwieriger gestalten.“

KL: Und welches sind Ihre aktuellen Themen im Bereich der Forschung, wenn Sie nicht gerade Ihre Aufgaben des Institutsdirektors nachgehen oder Vorlesungen halten?

GvW: „Meine beiden Forschungsschwerpunkte sind die Entwicklung gesellschaftlicher sozialer Normen im Zusammenspiel mit Recht sowie mein Forschungsprojekt mit Frau Professor Deckert und Herrn Professor Maas zur Verbesserung des rechtlichen und ökonomischen Rahmens von energieeffizienter Wohnraumheizung und dem sich daraus ergebenden Sanierungsbedarf.“

Das gesamte Team von Kassel Law bedankt sich für Ihre Bereitschaft für dieses kleine Interview sowie die gegebenen Einblicke und wünscht Ihnen für Ihren neuen Aufgabenbereich alles Gute!

 

 

Stellenausschreibung

4. August 2014

Das Institut für Wirtschaftsrecht sucht zum 01.09.2014 eine studentische Hilfskraft zur Unterstützung der Studiengangskoordination und der Studienberatung.

Aufgabengebiete:

  • Betreuung der externen Lehrbeauftragten des IWR (Raumbuchungen, Klausurplanung, Klausuraufsicht)
  • Unterstützung bei der Gestaltung und Durchführung der Einführungswoche im Bachelor “Wirtschaftsrecht”
  • Konzeption eines studentischen Beschwerdemanagements im Rahmen der Qualitätssicherung

Die Stelle wird mit 30h/Monat vergütet und ist zunächst auf 6 Monate befristet. Eine weitergehende Zusammenarbeit ist möglich und erwünscht. Bewerbungen von Studierenden des 2. Fachsemesters werden ausdrücklich begrüßt!

Sie haben Interesse?
Bitte richten Sie Ihre kurze Bewerbung unter Angabe Ihres Lebenslaufs und einer aktuellen Leistungsübersicht an folgende E-Mailadressen:
m.dose [at] uni-kassel.de und christina.greinert [at] iwr.uni-kassel.de

Bewerbungsschluss ist der 20. August 2014!

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne per E-Mail oder telefonisch (Studienberatung: 0561-8047179) zur Verfügung.

Einladung zur Veranstaltung „Geliebte Spione? – X-Box, Google Glass & Co.“

Autor: T. Korell
27. Juni 2014

Am kommenden Mittwoch, den 02.Juli 2014, findet um 18:00 Uhr im Gießhaus der Universität Kassel bereits die diesjährige Abschlussveranstaltung der erfolgreichen „Brennpunkt Medien und Recht“-Reihe statt.

Enthüllungen über permanente Datenerfassungen der Geheimdienste beherrschen seit gut einem Jahr die Schlagzeilen. Parallel dazu steigt jedoch die Nutzung von Cloud-Diensten stetig, und neue Mediengeräte und -angebote wie X-Box und Google Glass ziehen faszinierte Nutzer in ihren Bann. Die eigenen Daten sind für den Einzelnen kaum mehr beherrschbar. Unüberschaubar ist, wer welche Daten wann und wo erhebt und was damit geschieht. Komplexität und Intransparenz der Dienste machen es schier unmöglich, die mit ihrer datenfordernden Nutzung verbundene Bequemlichkeit und die nur wenig greifbaren Gefahren für die eigene Privatsphäre abzuwägen.

Die – positiven wie negativen – Potenziale von „Big Data“ sowie die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und grundrechtlich geschützte Positionen, insbesondere das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, sind noch nicht abzusehen. Aktuelle Entwicklungen im Datenschutzrecht sowie die Durchsetzung von Rechten auch gegenüber global agierenden Unternehmen und Institutionen werden in der Diskussion ebenso thematisiert wie technische Ansätze und Möglichkeiten, diesen Entwicklungen zu begegnen.

Frei nach dem Slogan „Geliebte Spione? – X-Box, Google Glass & Co.“ wird es sicherlich wieder eine spannende Paneldiskussion geben. Die Diskutanten werden sein: Peter Schaar, Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID), Dr. Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs und Peter Leppelt, Geschäftsführer der praemandatum GmbH. Moderieren wird die Paneldiskussion Jan-Keno Janssen, c´t Magazin für Computertechnik.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung zur Veranstaltung unter www.kassel-medienrecht.de (bevorzugt) oder per Fax 0561-107714 (Kanzlei Spalckhaver/Keuneke/Baum/ Juristische Gesellschaft zu Kassel) erforderlich. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Weitere Details sowie Berichte, Fotos und Videos können unter www.kassel-medienrecht.de abgerufen werden.

Die Veranstalter, das Institut für Wirtschaftsrecht der Universität Kassel, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen), das Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) und die Juristischen Gesellschaft zu Kassel, freuen sich auf einen spannenden Diskussionsabend im Gießhaus!

 

 

Veranstaltungsbericht: Staatsfeind, Feigling, Held? – Von Whistleblowern, Kronzeugen und Informanten

Autor: A. Paetzel
8. Juni 2014

Am Mittwoch, den 4. Juni fand die zweite Veranstaltung der Reihe „Brennpunkt Medien und Recht“ im Gießhaus statt. Diesmal ging es um das aktuelle Thema Whistleblowing (dt.: Verpfeifen) und dessen rechtlichen Rahmen. Das Thema NSA-Skandal und Edward Snowden zog sich dabei wie ein roter Faden durch die Veranstaltung.

Der Abend begann mit einem Vortrag von Alexander Sander, Geschäftsführer des Digitale Gesellschaft e. V. Sander setzt sich für die Rechte von Whistleblowern ein. Die grundlegenden Probleme im Umgang mit geheimen Informationen und Ursachen für die aktuelle Entwicklung sieht Sander in drei Aspekten:

1. Fehlende Transparenz: geheim verhandelte Verträge, klassifizierte Dokumente, unehrliche Geheimdienste

2. Fehlende Kontrolle: zum Einen mangelnde Kontrolle der Geheimdienste, zum Anderen mangelnde Möglichkeiten von internem Whistleblowing

3. Fehlender Kulturwandel: Whistleblowing sollte in der Gesellschaft nicht mehr negativ behaftet sein

Sanders Fazit lautete, dass Transparenz – und als Ergänzung Whistleblowing – wichtig für eine demokratische Struktur und offene Debatte sind. Whistleblower sind seiner Meinung nach Helden, die nicht bestraft werden dürfen.

Zur anschließenden Diskussion waren Guido Strack, Vorsitzender des Whistleblower Netzwerk e. V., und Jens Peglau, Richter am OLG Hamm, geladen. Moderiert wurde die Runde von Herrn Prof. Dr. Dr. Blocher vom IWR.

Strack war bis 2005 Beamter der EU-Kommission, ehe er auf Missstände in seiner Dienststelle aufmerksam machte. Es folgte ein jahrelanger Kampf um Gehör. Strack hat während der Diskussion leidenschaftlich für die Rechte von Whistleblowern plädiert. Seine persönliche Geschichte konnte aufgrund der Kürze der Zeit nicht thematisiert werden. Nachlesen lohnt sich!

Peglau war als Experte für die „Kronzeugenregelung“ geladen. Die Regelung des § 46 b StGb wurde 2009 eingeführt und erlaubt es Richtern, den Strafrahmen für den Angeklagten zu verschieben, sofern dieser eine schwere Straftat aufdeckt.

Auch das Publikum hat sich rege an der Diskussion beteiligt. Den Zuschauern ging es vor allem um die „kleinen“ Bürger, die oftmals keine Möglichkeit haben, etwaige Missstände aufzudecken und die fehlenden entsprechenden Rechtsvorschriften.

Die nächste Brennpunkt Medien und Recht-Veranstaltung findet am 2. Juli unter dem Thema „Geliebte Spione? – X-Box, Google-Glass & Co“ statt. Tickets gibt es wie gewohnt auf der Internetseite der Veranstaltungsreihe.

 

Forschungsprojekt “LETSCaP” erfolgreich abgeschlossen

2. Juni 2014

Kasseler Klimaforscher fordern Verknüpfung von Emissionshandelssystemen

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb sollen Emissionshandelssysteme den Ausstoß von Treibhausgasen begrenzen. Auf dem Weg zu einem globalen CO2-Markt bietet sich eine Verknüpfung dieser Systeme an.

Eine Studie der Universität Kassel zeigt, dass dies gelingen kann, auch wenn sich die Systeme im Detail unterscheiden. So könnten Minderungsoptionen effizienter ausgenutzt und die volkswirtschaftlichen Kosten gesenkt werden.

Das Forschungsprojekt „Die Verbindung von Emissionshandelssystemen – Auf dem Weg zu einer sozial und ökologisch akzeptablen Ausgestaltung des Handels mit Emissionszertifikaten in Europa, den USA und Japan“ (LETSCaP) wurde von Juli 2010 bis September 2013 im Kompetenzzentrum für Klimaschutz und Klimaanpassung (CliMA) der Universität Kassel durchgeführt. Es wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der sozialökologischen Forschung mit 630.000 Euro gefördert. Die Projektleitung hatte der Kasseler Umweltrechter Prof. Dr. Alexander Roßnagel inne.

Im Mittelpunkt des Projekts, das jetzt mit einer Buchveröffentlichung abgeschlossen wurde, standen sowohl die theoretische als auch die praktische Untersuchung einer Verknüpfung. Dazu setzte LETSCaP das ökonomische Instrument des Emissionshandels in Bezug zu ökologischen und sozialen Aspekten und ermittelte Konfliktpotentiale, aber auch Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten für mehr soziale Gerechtigkeit und besseren Klimaschutz. Als mögliche Verknüpfungspartner der Europäischen Union wurden in den Vereinigten Staaten die Emissionshandelssysteme Kaliforniens und die Regional Greenhouse Gas Initiative im Nordosten der USA sowie in Japan das freiwillige System JVETS und das Emissionshandelssystem des Tokyo Metropolitan Government herangezogen.

Das nun veröffentlichte Buch „Die Verknüpfung von Emissionshandelssystemen – sozial gerecht und ökologisch effektiv“ zeigt auf, ob und wie eine Verknüpfung gelingen kann. „Ob Emissionshandelssysteme erfolgreich sind oder misslingen, hängt von ihrer Ausgestaltung ab“, erläutert Prof. Roßnagel. „Wir stellen dar, durch welche Ausgestaltung eine Verknüpfung von Emissionshandelssystemen ökonomische Effizienz, ökologische Effektivität und soziale Gerechtigkeit sowie rechtliche Durchführbarkeit erreichen kann.“ Das hierfür entwickelte theoretische Modell wird am Beispiel der Verknüpfungen des europäischen Emissionshandelssystems mit vier weiteren Emissionshandelssystemen auf die Umsetzbarkeit überprüft, wobei ebenfalls Handlungsempfehlungen für eine praktische Verbindung abgeleitet werden. Dabei zeigte sich, dass verschiedene Emissionshandelssysteme nicht vollkommen identisch ausgestaltet sein müssen. Durch Harmonisierungsmaßnahmen oder die Einführung zum Beispiel einer sogenannten Clearingstelle von Wechselkursen und Tauschfaktoren kann es gelingen, unterschiedliche Emissionshandelssysteme sinnvoll zu verbinden.

Da weltweit ein Trend zur Einführung von immer mehr Emissionshandelssystemen zu beobachten ist, entfalten die Ergebnisse des Projekts besondere Bedeutung, so Prof. Roßnagel. Denn für die vielen neuen Emissionshandelssysteme stellt sich in Zukunft die Frage, wie zusätzliche Vermeidungsoptionen genutzt und ein globaler Kohlenstoffmarkt etabliert werden kann. Angesichts der Erfordernisse einer nachhaltigen Entwicklung nehmen dabei auch Fragen sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Effektivität eine zentrale Rolle ein. Eine wichtige Vorbildwirkung auf dem Weg zu einem globalen Markt für Treibhausgasemissionen könnte von einer Verknüpfung des europäischen Emissionshandelssystems mit dem Kohlenstoffmarkt in Kalifornien ausgehen. Ob eine solche Verknüpfung beider Systeme zu realisieren ist, wird auch von einer wirksamen Reform des europäischen Emissionshandels abhängen, so die Autoren.

Lenz, Christine/Volmert, Barbara/Hentschel, Anja/Roßnagel, Alexander, Die Verknüpfung von Emissionshandelssystemen – sozial gerecht und ökologisch effektiv, Kassel: kassel university press, 2014. Reihe Interdisciplinary Research on Climate Change Mitigation and Adaptation, Band 4.

Link zum Buch:
http://www.upress.uni-kassel.de/katalog/abstract.php?978-3-86219-710-1

Weitere Informationen zum Projekt:

www.letscap.uni-kassel.de

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