Mein Auslandssemester in Limerick, Irland – September bis Dezember 2012

Gastautor: S. Schlund
10. April 2013

Vorbereitung

Die Vorbereitung des Auslandssemesters ist absolut unkompliziert. Man bekommt genau gesagt wann welche Unterlagen eingereicht werden sollen. Sollte man mal bei einem Dokument ein wenig in Zeitnot geraten, ist es absolut kein Problem dieses einfach per Mail zu schicken. Die Uni steht einem nicht nur bei den akademischen Vorbereitungen zur Seite, sondern hilft auch bei der Planung der Freizeitaktivitäten. Bei Fragen kann man sich an die Uni wenden und bekommt eine zeitnahe Antwort die einem wirklich weiterhilft. Alle im International Office der University of Limerick geben sich große Mühe um einem so gut wie möglich zur Seite zu stehen und beantworten alle aufkommenden Fragen mit großer Sorgfalt.

Finanzen

Da Irland sehr teuer in Bezug auf die Lebenshaltungskosten ist, sind die Finanzen ein sehr wichtiger Punkt bei der Planung. Man sollte sich Unterstützung in der Familie sichern und auch selbst einiges bei Seite legen. Es ist aber auch möglich Auslandsbafög zu beantragen. Dies kann bis zu 8 Monaten dauern, weshalb man sich frühzeitig darum kümmern sollte. Für die Dauer des Aufenthaltes ist es möglich, sich ein Konto bei einer irischen Bank zu eröffnen. Hilfreiche Tipps hierfür gibt die Universität bei der Einführungsveranstaltung. Man kann aber auch mit einer Kreditkarte anreisen, womit sich die Eröffnung eines Kontos erledigt hätte.

Anreise

Es gibt mehrere Möglichkeiten um Limerick zu erreichen. Man kann zum Beispiel direkt mit dem Flugzeug zum Shannon Airport fliegen. Dieser ist ca. 30 Kilometer von Limerick entfernt. Nachteil an dieser Möglichkeit ist allerdings, dass der Flughafen nur von kleineren Fluggesellschaften angeflogen wird (oder man in London zwischenlanden muss) und man deshalb doch sehr auf das Gewicht des Gepäcks achten muss. Außerdem ist die Busverbindung nicht die Beste. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, direkt nach Dublin zu fliegen. Von dort aus habe ich den Airlink 747 genommen und bin bis nach Búsarás, den Busbahnhof von Dublin, gefahren. Von dort aus habe ich den Bus Eireann nach Limerick genommen. Das Busticket zu Búsarás kostet 6 € und nach Limerick bezahlt man nochmal 12 €. Ganz wichtig ist hierbei, dass man einen gültigen internationalen Studentenausweis vorzeigt (z.B. ISIC), da man ansonsten mehr für das Ticket bezahlt. Bus Eireann hält an der Colbert Station in Limerick und von dort aus habe ich die letzten 5 Kilometer bis zur University ein Taxi genommen, was mich allerdings nochmal 15 € gekostet hat.

Im Nachhinein hat sich dies als teuer und zeitaufwendig erwiesen. Würde ich nochmal zur University of Limerick fahren, würde ich mit dem Dublin Coach Linie N7 vom Flughafen bis zur Red Cow Station fahren und dort in den Dublin Coach Linie M7 direkt zur University fahren. Man bezahlt für den N7 5€ und für die Fahrt nach Limerick im M7 nur 10€. Dublin Coach ist kostengünstiger und auch noch schneller als Bus Eireann. Bei der Abreise bin ich mit Dublin Coach gefahren und es hat alles wunderbar geklappt!

Unterbringung

Man kann sich aussuchen ob man On oder Off Campus leben möchte. Manche Unis sind nicht die schnellsten mit den Bewerbungsunterlagen, daher kann es auch sein, dass die On Campus Plätze auch schon alle vergeben sind. Glücklicherweise ist das bei der Universität Kassel nicht der Fall. Ich habe ein Zimmer in meinem bevorzugten Wohnheim On Campus bekommen. Generell kann man nicht sagen ob On oder Off Campus besser ist. Beides hat Vorteile.

On Campus gibt es fünf Wohnheime: Dromroe Village, Thomond Village und Cappavilla Village sind die neueren drei, die relativ zentral gelegen sind, wobei Dromroe Village die beste Lage aller Wohnheime On Campus hat. In jedem dieser Wohnheime hat man ein eigenes Badezimmer auf seinem Zimmer und ein gemütliches Doppelbett. Man teilt sich lediglich die Küche und das Wohnzimmer mit den anderen Mitbewohnern. Allerdings bezahlt man dort auch am meisten Miete.

Die anderen beiden Wohnheime On Campus sind Kilmurry Village und Plassey Village. Beide liegen ein bisschen weiter entfernt vom Zentrum der Uni. Dort teilt man sich Küche, Wohnzimmer und Bad, bezahlt aber auch weniger, als in Dromroe, Thomond und Cappavilla. Wenn man es lieber ruhiger hat und nicht unbedingt jede Woche mehrere Partys in der Wohnung haben möchte, sind Dromroe und Co eine bessere Wahl.

Off Campus gibt es noch Groody, Brockfield Hall und Courtyard. Ich persönlich finde, dass diese drei gemütlicher sind als die Wohnheime On Campus. Allerdings muss man einen Fußweg von ca. 30 Minuten zurücklegen bis man an der Uni ist. Es fährt zwar auch ein Shuttlebus zur Uni und wieder zurück, aber ich habe von vielen gehört, dass diese eher unregelmäßig fahren und man immer zu spät kommt wenn man morgens auf den Bus wartet.

Einkaufsmöglichkeiten

Lebensmittel kann man in der Stadt oder im Aldi/Lidl kaufen. Wenn man On Campus wohnt, fährt man eher mit dem Bus in die Stadt und kauft bei Dunnes oder Tesco ein. Diese sind allerdings nicht die günstigsten. Außerdem bezahlt man für jede Busfahrt 1,80 €. Man kann aber auch zu Aldi laufen. Der Weg dorthin ist ca. so lang als wenn man zu einem der Off Campus Wohnheime läuft, aber mit guter Gesellschaft geht es schneller und man hat mehr Spaß! Bei Lidl war ich nie einkaufen, deswegen kann ich dazu leider nichts sagen.

Freizeit

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten die Freizeit so gut wie möglich zu nutzen. Man kann verschiedenen Clubs und Societies beitreten. Diese bieten über das gesamte Semester immer wieder Trips an. Ich bin damals dem Dance Club beigetreten, da ich gerne Irish Dancing lernen wollte. Wer Interesse an Musik hat und gerne etwas von der Irischen Kultur lernen möchte, wird dort seinen Spaß haben! Außerdem bin ich noch der International Society beigetreten. Es ist äußerst empfehlenswert dort Mitglied zu werden. Man lernt so viele neue Menschen aus vielen verschiedenen Ländern kennen, fährt gemeinsam auf Trips um mehr von Irland zu sehen und kann tolle Partys feiern. Dieser Club ist ein absolutes Muss und ist mehr als empfehlenswert. Zu guter letzt bin ich noch dem Outdoor Pursuit Club, kurz OPC, beigetreten. Um ehrlich zu sein, hat es mir dort überhaupt nicht gefallen. Man kann aber auch auf eigene Faust Trips mit Freunden organisieren oder mit „Paddywagon Tours“ Irland erkunden. Ich habe zwei Touren mit Paddywagon gemacht und bin absolut begeistert.

Studium

Studieren in Limerick ist anders als in Deutschland und auch sehr viel bequemer. Eine Vorlesung geht nur 50 Minuten anstatt der aus der Heimat gewohnten 90 Minuten. Über das Semester hinweg muss man in manchen Fächern einige Essays schreiben, die dann auch in die Endnote mit eingehen. Für viele Kurse muss man Lehrbücher durcharbeiten, da die Multiple Choice Questions in der Prüfung fast immer direkt aus dem Buch kommen. Die Prüfungen dauern 2-3 Stunden, aber man ist meistens schon nach 1-1.5 Stunden fertig, sodass man nochmal in Ruhe über die Prüfung drüber schauen kann und nicht in Zeitnot gerät.

Sprache

Die Amtssprache in Irland ist nicht wie viele Menschen denken Englisch, sondern Irisch. Allerdrings benutzt kaum jemand Irisch im alltäglichen Leben. In den Geschäften und auch in der Uni spricht jeder Englisch. Es ist allerdings auch möglich in der Uni Irisch zu lernen. Ich habe Irisch für Anfänger belegt und kann es nur jedem weiterempfehlen. Die Menschen freuen sich ungemein, wenn man Interesse an ihrer Sprache zeigt, selbst wenn man nur ein paar Sätze beherrscht. Außerdem kann man im Kurs auch einiges über die irische Kultur lernen, vor allem in Bezug auf alte Geschichten.

Fazit

Ich kann nur jedem empfehlen ein Auslandssemester zu absolvieren. Man lernt sich selbst viel besser kennen und ist über sich selbst erstaunt, was man alles alleine bewältigen kann. Abgesehen von den vielen neuen Erfahrungen die man macht, lernt man auch viele Menschen kennen. Es entwickeln sich Freundschaften die ein Leben lang halten können!

Sollten irgendwelche Fragen aufkommen, bin ich unter meiner Email Adresse zu erreichen: steffi.schlund@web.de

Viel Spaß in Irland und genießt diese unvergessliche Zeit!

Stefanie