Mein Auslandssemester in Wien III – Leben in Wien

Autor: G. Reichardt
20. Februar 2010
Schloss Schönbrunn

Schloss Schönbrunn

Im letzten Teil meines Wien-Berichts möchte ich euch noch einen kleinen Eindruck von der Stadt vermitteln, die im letzten Semester mein zu Hause war. In Wien, der Hauptstadt Österreichs, leben ca. 1,7 Mio Menschen, etwa 135000 davon sind Studenten. Ungewöhnlich für ein Austauschsemester ist sicherlich, dass ich ein Land gewählt habe, in dem keine andere Sprache gesprochen wird, aber wer denkt, dass er in Wien direkt alles versteht, der sei gewarnt! An die ein oder andere wienerische Redewendung muss man sich schon erst einmal gewöhnen. Aber Spaß beiseite: auch andere Sprachen – insbesondere Englisch – kommen aufgrund der anderen Austauschstudenten nicht zu kurz. Zudem ist es sehr spannend, mal über die eigene Sprache nachzudenken, denn man kommt immer mal wieder in Situationen, Redewendungen oder Ausdrücke der deutschen Sprache erklären zu müssen – und wann denkt man sonst schon darüber nach, warum der Handschuh Hand-SCHUH heißt?!

Für die Freizeitgestaltung hat Wien unendlich viel zu bieten – zu Beginn wusste ich gar nicht recht, wo ich anfangen sollte, weil es so viel zu entdecken gab. Das OK-Programm (mehr dazu hier) hat hier jedoch eine erste Orientierung geboten und ganz fremd war mir die Stadt ja auch nicht mehr. Zunächst gibt es die typischen Sehenswürdigkeiten zu entdecken: Stephansdom, Hofburg, Rathaus und Parlament, die Schlösser Schönbrunn und Belvedere, verschiedene Kirchen, das Hundertwasserhaus usw. Daneben kann ich die Donauinsel empfehlen, die insbesondere bei schönem Wetter zu Entspannung einlädt, einen Bummel auf dem Naschmarkt, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet, und im Winter laden an (fast) jeder Ecke Christkindlmärkte zum Bummeln und Punsch trinken ein. Bei weniger gutem Wetter locken unzählige Museen und Ausstellungen, die es sich auf jeden Fall lohnt zu besuchen – meine persönlichen Favoriten:

Kunsthaus Wien

Kunsthaus Wien

Das Kunsthaus Wien und das Fälschermusem. Abends locken verschiedene Konzerte, Theater, die Oper und Musicals zu unglaublich günstigen Preisen (meist gibt es Restkarten für Studenten für wenige Euro – ein Theaterbesuch war so oft günstiger als Kino). Zudem finden natürlich mehrmals in der Woche Studentenpartys statt – sowohl in Clubs als auch den verschiedenen Wohnheimen. Weitere Angebote des Buddy-Networks reichen von Heurigen-Abenden und Brauerei-Touren bis hin zu einem Tanzkurs zur Vorbereitung auf die Wiener Ballsaison.

Um in Wien günstig und flexibel unterwegs zu sein, wird von den Wiener Linien ein Semesterticket für Studenten angeboten. Es gibt jeweils ein Ticket für die Vorlesungsmonate (für das Wintersemester also Oktober bis Januar) für ca. 130 Euro und für die vorlesungsfreien Monate für ca. 30 Euro pro Monat.

Budapest

Budapest

Wer in Wien ein Auslandssemester absolviert, sollte zudem die Chance nutzen, weitere Reisen und Ausflüge in die Umgebung zu machen. Gute Angebote bietet dabei beispielsweise das Buddy-Network, das im vergangen Wintersemester u.a. Wochenend-Ausflüge nach Prag und Budapest sowie einen Ski-Trip angeboten hat. Bei den Städtereise wurde neben Anreise und Unterkunft auch ein interessantes Rahmenprogramm organisiert, das von den obligatorischen Stadtführungen und Besichtigungen bis hin zum gemeinsamen mongolischen Barbecue und Partys reichte. Für allein organisierte Reisen kann ich die Vorteilscard der OEBB empfehlen – vergleichbar mit der deutschen Bahncard, allerdings sehr viel günstiger. Interessante Städte, die ich so besucht habe sind beispielsweise die nahegelegene slowakische Hauptstadt Bratislava sowie Graz und Linz, die Kulturhauptstadt des Jahres 2009.

Wie ihr seht, wird es also nie langweilig, sowohl in Wien selbst als auch in der Umgebung gibt es jede Menge zu entdecken und erleben. Ich selbst habe das Semester dort jedenfalls sehr genossen und kann Wien für einen Auslandsaufenthalt nur uneingeschränkt weiterempfehlen. Wenn nun euer Interesse an einem Auslandssemester geweckt ist und sich jemand für die WU entscheiden sollte, könnt ihr euch bei weiteren Fragen gern bei mir melden.