Praktikumsbericht: PwC am Standort Kassel

2. Oktober 2015

Auch in diesem Semester möchten wir Euch mit interessanten Praktikumsberichten “füttern”. Diesmal berichtet Theresa Korell (1. Semester Master in Wirtschaftsrecht) von ihren Einblicken in die Wirtschaftsprüfung.

KL: Wo und wann hast Du Dein Praktikum absolviert?

T: PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) am Standort Kassel im WS 2014/2015.

KL: Welche Aufgaben hattest Du?

T: Meine Aufgabe bestand darin bei der Durchführung von Jahres- und Konzernabschlussprüfungen mittelständischer Unternehmen nach nationalen und internationalen Rechnungslegungsvorschriften zu helfen. Meine Aufgaben waren sehr vielfältig. So wertete ich Saldenbestätigungen im Debitoren- und Kreditorenbereich sowie Bank- und Rechtsanwaltsbestätigungen aus. Zudem führte ich Belegprüfungen im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und sonstigen betrieblichen Erträge, sowie den Umsatzerlösen durch. Im Bereich des Sachanlagevermögens wurden die Zu- und Abgänge überprüft. Auch beim Überprüfen der Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie der Rechnungsabgrenzungsposten half ich. Im Rahmen der Vorprüfung wurde das interne Kontrollsystem der Unternehmen überprüft. Inventurbeobachtungen führte ich eigenständig durch.

KL: Wie bist Du zu Deiner Praktikumsstelle gekommen?

T: Ich habe früher einmal eine Unternehmensvorstellung von PwC an einer anderen Universität besucht. Als ich dann nach einem Praktikumsplatz suchte, bin ich online auf die Stellenausschreibung von PwC gestoßen und habe mich beworben.

KL: Konntest Du die Theorie aus der Uni im Praktikum anwenden? Welche Anknüpfungen gab es?

T: Die Anknüpfungspunkte bestanden insbesondere zu unseren Vorlesungen Rechnungswesen, Rechnungslegung und Steuerrecht. Aber auch Aspekte des Handels- und Gesellschaftsrechts und des Bürgerlichen Rechts waren notwendig.

KL: Wie wurde das Berufsbild angehende/r Wirtschaftsjurist/in aufgenommen?

T: Das Berufsbild wurde prinzipiell gut aufgenommen. PwC hatte in der Vergangenheit auch schon mehr Kontakt zu Wirtschaftsjuristen. Natürlich misst man Wirtschaftswissenschaftlern in der Prüfung noch etwas mehr Know-how zu, sodass man sich als Wirtschaftsjurist in diesem Bereich noch intensiver fortbilden sollte.

KL: Was empfandest Du als den größten Unterschied zum Unialltag?

T: Die Tage während der „busy season“ können teilweise sehr lang werden, daran muss man sich, wenn man frisch von der Uni kommt, erst gewöhnen. Aber da man in dieser Zeit unglaublich viel zu tun hat, ist es keine Sekunde langweilig und die Zeit vergeht wie im Flug.

KL: Welche Erwartungen hattest Du an Dein Praktikum? Inwiefern haben sie sich während des Praktikums erfüllt?

T: Das Wichtigste war mir einen guten Einblick in das Leben und Arbeiten in der Wirtschaftsprüfung zu bekommen, um für mich feststellen zu können, ob dieses Berufsfeld für mich in Frage kommt. Daher hoffte ich natürlich, wie wahrscheinlich jeder Praktikant, darauf nicht nur die typischen Praktikantentätigkeiten erledigen zu dürfen, sondern mit einigen dem Berufsfeld angehörenden Aufgaben betraut zu werden und diese zum Teil auch selbständig erledigen zu können.

Meine Erwartungen wurden vollstens erfüllt. Ich hatte nicht eine der „typischen“ Praktikantentätigkeiten, wie beispielsweise Kaffeekochen, zu erledigen und wurde voll in die Prüfungstätigkeiten eingebunden. So war es mir möglich den typischen Arbeitsalltag eines Consultants in der Wirtschaftsprüfung kennen zu lernen und den Spaß am Prüfen zu entdecken.

KL: Was war das Beste an Deinem Praktikum?

T: Das Beste an meinem Praktikum war als vollwertiges Teammitglied in die Prüfungstätigkeiten eingebunden zu werden. Die Lernkurve während der Zeit meines Praktikums war aufgrund dessen in allen Bereichen enorm steil, was ich als sehr positiv empfunden habe. Zudem habe ich in der Zeit meines Praktikums 17 verschiedene Unternehmen kennenlernen dürfen, was äußerst spannend und abwechslungsreich war.

KL: Welche Tipps hast Du für Deine Kommilitonen, die das Praktikumssemester noch vor sich haben?

Sie sollten sich frühzeitig um eine Praktikumsstelle kümmern, da ich bei Kommilitonen mitbekommen habe, dass diese in den vergangenen Semestern insbesondere im Bereich Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung schnell besetzt waren. Ansonsten keine Scheu haben, an sich glauben, offen und unbefangen in das Praktikum hineingehen, sich darauf einlassen und alles geben!

Vielen Dank, Theresa! Kassel Law wünscht Dir und allen anderen Studenten/innen der Uni Casselfornia einen guten Start in das neue Wintersemester! Wie immer gilt: Bewegt Euch, drückt in die Tasten und erzählt von Euren eigenen Praktika. Wir haben alle was davon :)

Den Fragenkatalog bekommt Ihr durch eine Mail an: a.rischenkov@kassel-law.de