Programm “Colloquium Recht und Ökonomie” im WS 2015/16

20. Oktober 2015

Brandaktuell ist das neue Programm des “Colloquiums Recht und Ökonomie” heute erschienen. Auch in diesem Semester wird es vielseitig! Aus dem Bereich des Rechts dürfen wir uns u.a. auf folgende Themen freuen: “Das ökonomiserte Automobil: Schutz und Nutzungsrechts an Fahrzeugdaten” sowie “Inkassodienstleister und Verbraucherschutz” Die ökonomischen Kollegen u.a. geben Einblicke in ihre experimentellen Forschungsergebnisse, die mit Titeln wie “Don´t talk to Strangers?” und “Lucky Girls and Talented Boys” neugierig machen.  Und auch die Schnittstelle von Recht und Ökonomie spiegelt sich in zahlreichen Themen wieder, so im “Praxisbericht Emissionshandel” oder beim Vortrag zu den Veränderungen der Maklerprovisionen: “Das Bestellerprinzip – Entlastung für Mieter oder Augenwischerei?“.

Das Colloquium Recht & Ökonomie findet immer dienstags zwischen 12:00 Uhr und 13:15 Uhr in Raum 3107, Nora-Platiel-Straße 5, statt. Gerade Studierende der höheren Semester werden hier eine gute Ergänzung zu Seminaren finden und vielleicht sind die Themen des Colloquiums ja auch ein guter Denkeanstoß für die eigene Abschlussarbeit?! Ihr seid herzlich eingeladen!

So – und für alldiejenigen, die sich nun fragen “Was ist das Colloquium Recht und Ökonomie eigentlich genau?” hier eine kurze Vorstellung:

Mit oben genannten und ähnlichen Themen befassen sich im Rahmen des „Colloquiums Recht und Ökonomie“ seit über 25 Jahren Kasseler Professoren der Rechtswissenschaft und der Volkswirtschaftslehre sowie ihre wissenschaftlichen Mitarbeiter jeden Dienstag im Semester. 1987 hat Bernhard Nagel, später der erste Geschäftsführende Direktor des Instituts für Wirtschaftsrecht, mit einigen volkswirtschaftlichen Kollegen das Colloquium ins Leben gerufen, um gemeinsam und interdisziplinär Forschungsvorhaben und -ergebnisse zu diskutieren.

Die Diskussionen in dem inzwischen von Georg von Wangenheim geleiteten Colloquium werden durch Vorträge von Kasseler Wissenschaftlern oder auswärtigen Gästen eingeleitet, die sich methodisch oder vom Forschungsgegenstand her im Grenz- und Überschneidungsbereich der beiden Wissenschaften bewegen. Meist geht es um Anreize und Verhaltensweisen, die durch Rechtsregeln hervorgerufen werden und der eigentlichen Intension des Gesetzgebers, der Gerichte oder auch der rechtsetzenden Vertragsparteien durchaus zuwiderlaufen können. Das Colloquium steht aber auch rein rechtswissenschaftlichen und rein ökonomischen Vorträgen offen, die allerdings stets unter der interdisziplinären Perspektive diskutiert werden. Gerade in der ökonomischen Forschung stellt sich immer wieder die Frage, ob die Umsetzung der aus ökonomischer Sicht besten Vorschläge rechtlich auch zulässig ist.

Die lange Erfahrung der meisten Beteiligten mit Diskursen über die Fächergrenzen hinweg führt dazu, dass Missverständnisse, die sonst in interdisziplinären Diskussionen die Verständigung erschweren, schnell ausgeräumt werden können. Auch wenn sich nicht durchweg eine gemeinsame Sprache entwickelt hat, besteht doch ein allgemeines Verständnis für die Argumentationskultur der jeweils anderen Disziplin. Die sehr lebhaften Diskussionen werden von vielen Vortragenden genutzt, um „Work in Progress“ vorzustellen. Der „Impact“ dieses Colloquiums auf die Forschung der Beteiligten dürfte deshalb größer sein als der so mancher nationalen oder internationalen Tagung. Das Colloquium hat sich dadurch zu einem prägenden Element des Instituts für Wirtschaftsrecht entwickelt. Um auch jüngere und künftige Wissenschaftler an die offene wissenschaftliche Diskussionskultur heranzuführen und weil die Themen oft in engem Zusammenhang mit fortgeschrittenen Lehrveranstaltungen stehen, ist das Colloquium auch für Studierende geöffnet. Daher wird auch auf der studierenden-orientierten Internetplattform „Kassel Law“ über die Vorträge berichtet.