Das Buddy-Programm und das Zertifikat “Interkultureller Mentor”

Gastautor: S. Weber
4. April 2016

Manchmal fragt man sich: “Wo sind eigentlich die internationalen Studierenden?” Häufig trifft man sie in den Vorlesungen, doch die restliche Zeit scheinen sie verschwunden zu sein. Denjenigen, die dies ändern und selbst (innerhalb der Uni Kassel-Mauern) ein wenig internationale Luft schnappen wollen, ist das Buddy-Programm zu empfehlen.

Jedes Semester kommen zahlreiche Studenten aus dem Ausland an die Uni Kassel, um hier ein oder mehrere Semester zu verbringen. Interessierte können dabei am Buddy-Programm teilnehmen, d.h. dass deutsche Studenten sie für ein Semester begleiten und ihnen bei den ersten Schritten in der neuen Umgebung helfen, z.B. Supermärkte zeigen, kulturelle Fragen beantworten, die Sprache üben oder einfach nur gemeinsam Freizeit verbringen.

Darüber hinaus werden über die Buddyleitung und die Evangelische Studierendengemeinde Kassel (ESG) viele interessante Aktivitäten angeboten, wie Städtetrips, Veranstaltungen zu verschiedenen Feiertagen (z.B. Adventskränze basteln und Plätzchenbacken in der Weihnachtszeit), Brauereibesuche und Bierverkostungen, International Dinner, Spieleabende etc.

Entscheidet man sich nun für die Teilnahme, erfolgt zunächst die Anmeldung über  die Website des Programms. Im Anschluss gibt es zwei Wege einen Buddy-Partner zu finden. Häufig ist bereits jemand passendes anhand der in der Online-Anmeldung angegebenen Eigenschaften dabei. In diesem Fall erfolgt der Austausch der E-Mail-Adressen durch die Buddyleitung und dem ersten Kontakt steht nichts mehr im Weg. Ansonsten wird man zu Semesterbeginn zu einem Buddy-Meet-and-Greet-Treffen (es finden mehrere statt) eingeladen, an dem sowohl Ausländer und auch Deutsche teilnehmen, um sich dort direkt persönlich zu treffen und dazu entscheiden können Partner zu werden.

Von dem Buddy-Programm habe ich selbst zufällig erfahren, als ich im Wintersemester 2012 eine Auslandsinformationsveranstaltung besucht habe. Weiterlesen…

Seid Ihr interkulturell? Reflexion des Seminars “Interkulturelle Kompetenz”

10. März 2014

Letzte Woche habe ich aus eigenem Interesse den Kompaktkurs “Interkulturelle Kompetenz” an der Universität besucht. Dieser wird vom Herrn Dr. Markus Auditor vom Internationalen Sprachenzentrum geleitet. Der Ausgangspunkt dieses Projektes ist die Tatsache, dass das heutige Privat- und Berufsleben von kultureller Vielfalt geprägt sind. Wir alle leben, arbeiten und lernen in gemischten Gruppen, kommen zunehmend mit unterschiedlichen Nationen und Kulturen in Berührung. Und um das Zusammenleben und die Zusammenarbeit erfolgreich und für alle Beteiligten angenehm zu gestalten, sollten uns die Unterschiede, die unsere verschiedenartigen Lebensgeschichten mit sich bringen, bewusst sein! Genau dafür werden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Kurses “Interkulturelle Kompetenzen” sensibilisiert. Das “common ground”, die Basis für eine gelungene interkulturelle Kommunikation, bilden dabei unsere Gemeinsamkeiten. Denn egal aus welchen Kulturkreisen und Ländern die Menschen stammen – etwas Gemeinsames findet man immer. Man muss es nur wollen. Und auch das ist das Fundament, um interkulturelle Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.

An diesem einwöchigen Seminar haben Studenten, überwiegend Studentinnen, aus verschiedensten Fachbereichen und Studiengängen partizipiert. Das war eine bunte und sehr lustige Mischung. Ich muss zugeben, dass ich mich sehr auf den Kurs gefreut habe, da ich persönlich einen interkulturellen Hintergrund besitze und sowohl auf professioneller Ebene als auch privat sehr viel gereist bin und dies unheimlich gerne tue. Allerdings hatte ich auch eine kleine Befürchtung, dass mich im Seminar sehr viel “blablabla” erwartet. Aber so war es nicht! Das Programm des Kurses war so gestaltet, dass wir in der großen Gruppe und in kleinen Teams über interkulturelle Themen diskutiert und uns zudem theoretisches Wissen darüber angeeignet haben. Ich fand es spannend, über Interkulturalität und allgemein Diversität wissenschaftlich nachzudenken. Es ist einfach ein MUSS im heutigen Leben! Aber entscheidend war auch, dass alle ihre bereits vorhandenen interkulturellen Erfahrungen miteinbringen konnten – es war insgesamt ein sehr anregender Austausch. Daher kann ich den Kurs, der auch während der Vorlesungszeit angeboten wird, nur weiterempfehlen! Wenn man sich für dieses Thema interessiert, Auslandserfahrungen hat oder vorhat diese zu sammeln – kann der Kurs “Interkulturelle Kompetenzen” nicht schaden. Der wichtigste Tipp meinerseits für den Erfolg auf diesem Gebiet ist die Offenheit. Offenheit und Neugierde für das “Fremde”, also der Wille sich mit Neuem zu beschäftigen.

Zum Schluss möchte ich ein paar Worte zu organisatorischen und unitechnischen Aspekten verlieren: Ich erwerbe durch den Besuch des Kurses ein Zertifikat als “Interkulturelle Mentorin”. Dies wird sich in meiner Bewerbungsmappe sicherlich wohl fühlen :) und bei zukünftigen Arbeitgebern gut ankommen. Um dieses zu erhalten, habe ich zwei Semester lang ausländische Studenten “betreut”. Das klingt vielleicht nach viel Arbeit – war es aber nicht. Ich habe an dem sogenannten Buddy-Programm teilgenommen. Meine Berichte darüber könnt Ihr gerne hier (Teil I und Teil II) nachlesen. Kurz zusammengefasst habe ich Erasmus-Studenten die Uni Kassel etwas näher beigebracht, einem von ihnen dabei geholfen eine Wohnung in Kassel zu finden, viel gelacht und gefeiert. Im Endeffekt habe ich die englische Sprache praktiziert und meinen Gegenüber etwas Deutsch beigebracht. Es war eine Win-Win-Situation, bei der sogar Freundschaften entstanden sind. Auch dieses Projekt der Uni Kassel ist zu empfehlen!

Nun zurück zum Erwerb des oben genannten Zertifikats: Dafür sind also die “Betreuung” eines ausländischen Studenten, der Besuch des Seminars “Interkulturelle Kompetenzen” und eines weiteren zwei-tätigen Seminars zu diesem Thema plus eine Abschlussreflexion eigener Erfahrungen notwendig. In das Zertifikat kann/sollte man seine an der Uni Kassel erworbenen Sprachkenntnisse miteinbringen. Und fertig ist ein für die heutige Arbeitswelt wichtiger Beweis Eurer “Interkulturalität”.

Wer sich also für die Arbeit mit anderen Kulturen und Nationen interessiert, seine bisherigen Erfahrungen mit diesen vertiefen oder reflektieren möchte – ist im Seminar “Interkulturelle Kompetenzen” herzlich willkommen!

Nähere Informationen zum Kurs “Interkulturelle Kompetenzen” und dem Buddy-Programm gibt es auf der Homepage des Internationalen Studienzentrums.