Tipps und Tricks zum Auslandsstudium in Barcelona

Autor: J. Budesheim
7. Januar 2012

Für alle die sich für die UPF in Barcelona interessieren oder sich ganz allgemein über den Schritt ins Ausland informieren möchten, habe ich hier einige Hinweise und Tipps zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Internationale Mobilität und Finanzierung

Zunächst einmal solltet ihr euch darüber im Klaren werden, an welcher Uni ihr eigentlich studieren möchtet. Dazu gibt es auf der Homepage des International Office eine Kooperationsdatenbank in der ihr alle ausländischen Unis findet, die eine Kooperation mit der Uni Kassel unterhalten. Dort findet ihr den jeweiligen Ansprechpartner. Natürlich ist es auch möglich, an einer Hochschule zu studieren, die keine Kooperation mit unserer Uni pflegt, allerdings ist ein solcher Aufenthalt mit einem entsprechend höheren Maß an Organisation verbunden.

Habt ihr euch für eine Uni entschieden, trefft ihr euch mit dem dafür zuständigem Koordinator und besprecht alle weiteren nötigen Schritte. Für die UPF ist dieser Herr Prof. Dr. von Wangenheim, für viele andere Unis Herr Prof. Dr. Hellstern.

Wichtig ist darüber hinaus die Finanzierung und damit in vielen Fällen das Erasmus – Programm. Dieses Programm ermöglicht den Aufenthalt an einer europäischen Hochschule (für außereuropäische Unis gibt es andere Förderprogramme). Wichtig ist, dass man innerhalb der Fristen alle geforderten Unterlagen einreicht! Hinweise dazu findet ihr hier, bei Fragen kann man sich jederzeit an das International Office wenden, Erasmus Ansprechpartnerin ist Joanna Kind. Unterstützt werdet ihr zum einen durch den Erlass der Studiengebühren an der ausländischen Hochschule und zum anderen durch einen Mobilitätszuschuss. Dieser Zuschuss beträgt im Durchschnitt 150€, was die Lebenshaltungskosten natürlich nur zu einem kleinen Teil deckt. Generell besteht natürlich immer noch die Möglichkeit, Auslands – BAföG zu beantragen oder sich für ein Stipendium des DAAD zu bewerben.

 

Die UPF

Die UPF ist eine öffentliche Uni, die mit ihren rund 7000 Studenten recht klein und vor allem jung ist – Campus de la Ciutadella - Gebäude Roger de Llúriasie wurde erst 1990 gegründet. In nationalen sowie internationalen Rankings liegt die UPF weit vorne, was unter anderem der hervorragenden Lehrqualität zu verdanken ist. Das Studienjahr ist, im Gegensatz zu anderen spanischen Universitäten, in Trimester, also in drei Abschnitte á drei Monate unterteilt.

Insgesamt gibt es drei Campusse, den Campus de la Ciutadella, den Campus del Mar (direkt am Meer!) und den Campus de la Comunicación – Poblenou. Alle juristischen und ökonomischen Veranstaltungen finden in den Gebäuden des Campus de la Ciutadella statt, der, wie die anderen Standorte auch, sehr modern und großzügig gehalten ist – von einer Raumnot ist dort nichts zu spüren. Außerdem ist dieser nur fünf Gehminuten vom Strand entfernt.

 

Leben in Barcelona

CastellersBarcelona ist eine Stadt die niemals schläft – außer mittags, wenn es Zeit für eine Siesta ist. Dabei geht es immer recht gelassen zu, sodass man sich als Ausländer erst einmal an den Lebensstil gewöhnen muss. Gegessen wird nicht vor zehn Uhr abends, geschlafen nicht vor zwei Uhr nachts – auch wenn es am nächsten Tag früh rausgeht. Und gefeiert wird eh ständig. Kommt es zu „El Clásico“, also zu einem Match zwischen den Erzrivalen FC Barcelona und Real Madrid, steht die Stadt Kopf! Auch días festivos, also Feiertage, gibt es in Spanien zu Hauf. Oft gibt es dann gratis Veranstaltungen oder kulturelle Highlights wie Wettbewerbe der Castellers, die die für Barcelona berühmten Castells, also Menschenpyramiden bauen. Überhaupt gibt es viele rein katalonische Eigenarten. Zu beachten ist deshalb bei der Wahl der Stadt: Katalonien ist nicht Spanien! Wer das typische Spanien erleben möchte, sollte für seinen Aufenthalt vielleicht eine andere Region wählen. Klar überschneiden sich viele Gebräuche und Sitten, aber es gibt auch genauso viele typisch spanische Traditionen, welche die Katalanen strikt ablehnen und andersherum eigene katalanische Bräuche, die im restlichen Spanien unbekannt sind. Viele Katalanen wollen noch immer die Unabhängigkeit und zeigen das auch ungehemmt. Die Ablehnung der spanischen Sprache ist da nur eine Ausdrucksmöglichkeit.

Wer genug von Barcelona hat, kann von dort aus zahlreiche Ausflüge machen. Dabei verbinden regelmäßig abfahrende Züge Barcelona mit dem Umland. Beliebte Ziele sind unter anderem Girona (das auch einen Flughafen hat), Montserrat, Figueres, die Costa Brava und Tarragona. Außerdem ist man innerhalb von drei Stunden mit dem Bus in Andorra (steuerfrei einkaufen! :) ) uGironand kann dank Billigfluggesellschaften wie Easyjet, Ryanair oder des spanischen Vueling günstig innerhalb des Landes fliegen.

 

Praktische Hinweise

Mit großer Wahrscheinlichkeit kommt ihr in El Prat, also dem Hauptflughafen von Barcelona, an. Von hier aus fahren regelmäßig Züge und Busse nach Barcelona. Zu empfehlen ist der Linienbus 46, der ca. eine halbe Stunde bis in die Stadt braucht und dessen Endhaltestelle Plaza España ist. Der Aerobus fährt direkt ohne Zwischenhalte nach Barcelona, kostet aber auch ca. 5€.

In der Stadt selbst ist es am besten, sich ein drei Monats Ticket zu kaufen, was ab diesem Jahr für Studenten nur noch 100€ kostet. Damit kann man sowohl mit der Metro, als auch mit allen Bussen und der Tram fahren. Eine günstigere Alternative ist Bicing; für 30€ im Jahr kann man Fahrräder nutzen, die an zahlreichen Stationen in ganz Barcelona verteilt sind, und 30 Minuten damit fahren.

Bezüglich der Unterkunft hier noch einige Hinweise. Insgesamt gibt es in Barcelona sehr viele Angebote, die ihr auf Seiten wie loquo.com (sehr zu empfehlen da komplett gratis) oder easypiso.com (manche Funktionen können nur mit einem kostenpflichtigen Account ausgeübt werden) finden könnt. Dort werden Zimmer angeboten, die sofort besichtigt und auch bezogen werden können. Bei Mietpreisen, dem Einzugsdatum und dem Mietvertrag sind die Vermieter meistens mehr als flexibel.

Preislich liegt der Standard natürlich über dem Kasseler Mietspiegel, 300 bis 400 Euro und die Kaution in Höhe einer Monatsmiete sollte man einkalkulieren. Außerdem ist anzumerken, dass nicht generell vom deutschen Standard auszugehen ist. So gibt es bei Zimmern generell die Unterscheidung „exterior“, also das was wir als „normales“ Zimmer verstehen, und „interior“, ein Zimmer dessen Fenster in den Innenhof zeigt und deshalb – abhängig von der Etage – stockdunkel sein kann. Dafür sind aber alle Zimmer möbliert, um die Einrichtung muss man sich also nicht weiter kümmern.